Das kenianische Clean-Energy-Start-up kollabiert nach einem Regulierungsstreit. 700 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, 1,3 Millionen Haushalte bangen um ihre Energieversorgung.
Was als Vorzeigeprojekt für saubere Energie begann, endet im Insolvenzverfahren. Koko Networks, ein Start-up, das einkommensschwachen Haushalten in Nairobi Bioethanol-Brennstoff lieferte, hat den Geschäftsbetrieb eingestellt. Seit dem 1. Februar führen die PricewaterhouseCoopers-Insolvenzverwalter Muniu Thoithi und George Weru die Geschäfte. Mehr als 700 Beschäftigte erhielten bereits Ende Januar die Anweisung, nicht mehr am Arbeitsplatz zu erscheinen.
Das Geschäftsmodell von Koko basierte auf dem Handel mit Emissionszertifikaten. Die Erlöse aus dem Verkauf von Carbon Credits finanzierten die Subventionierung des Brennstoffs für Endkunden. Doch die kenianische Regierung unterzeichnete einen sogenannten Letter of Authorization nicht, der für den Verkauf der Zertifikate erforderlich gewesen wäre. Ohne diese Einnahmequelle war das Subventionsmodell nicht mehr tragfähig. Ein Vorstandsmitglied bestätigte, dass der Zertifikatehandel das Fundament des gesamten Geschäfts bildete.
Die Gründe für die verweigerte Genehmigung bleiben im Dunkeln. Berichten zufolge könnte ein hochrangiger Beamter den Vorgang gezielt blockiert haben. Ob politische Motive, persönliche Interessen oder schlichtes Behördenversagen dahinterstecken, ist ungeklärt. Die Betroffenen stehen unabhängig davon vor vollendeten Tatsachen.
Die Dimension des Zusammenbruchs reicht weit über das Unternehmen hinaus. Rund 1,3 Millionen Haushalte in Nairobi nutzten die Koko Cooker für ihre tägliche Versorgung. Diese Familien müssen sich nun nach Alternativen umsehen. Beobachter befürchten eine Rückkehr zu umweltschädlichen Brennstoffen wie Holzkohle oder Kerosin, was gesundheitliche und ökologische Folgen hätte.
Koko Networks hatte über 300 Millionen Dollar an Kapital eingeworben. Die Geldgeber vertrauten auf stabile Rahmenbedingungen. Dieses Vertrauen ist erschüttert. Der Fall sendet ein beunruhigendes Signal an alle, die in Kenias grüne Wirtschaft investieren wollen. PwC steht nun vor der Aufgabe, verwertbare Vermögenswerte zu sichern und offene Forderungen zu bedienen.




