Amazon investiert 200 Milliarden in KI

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February 9, 2026
09.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der Konzern steigert Umsatz und Gewinn erneut, doch die massiven Investitionspläne und ein knapp verfehltes Gewinnziel lassen die Aktie nachbörslich einbrechen.

Zahlen überzeugen, Ausblick irritiert

Das Geschäft läuft, die Anleger sind trotzdem nervös. Amazon legte erneut starke Quartalszahlen vor. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 kletterte um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar, der Betriebsgewinn stieg um fast 18 Prozent auf 25 Milliarden Dollar. Doch der Gewinn pro Aktie lag mit 1,95 Dollar knapp unter den erwarteten 1,97 Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie rund elf Prozent, nachdem sie bereits im regulären Handel 4,4 Prozent eingebüßt hatte.

Cloud-Geschäft wächst so schnell wie lange nicht

Die Sparte Amazon Web Services entwickelt sich zum Zugpferd. Der Cloud-Umsatz legte im Quartal um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten lediglich mit 21,4 Prozent Wachstum gerechnet. Konzernchef Andy Jassy sprach vom schnellsten Wachstum seit 13 Quartalen. Im Gesamtjahr 2025 erreichte AWS einen Umsatz von 128,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 20 Prozent. Namhafte Neukunden wie OpenAI, Salesforce, United Airlines, die US-Luftwaffe und HSBC unterzeichneten Verträge.

Investitionsoffensive überrascht den Markt

Die angekündigten Investitionen für 2026 übertrafen alle Prognosen. Amazon plant Kapitalausgaben von 200 Milliarden Dollar, mehr als 50 Prozent über dem Vorjahreswert von 131 Milliarden. Beobachter hatten mit rund 147 Milliarden gerechnet. Der Großteil fließt in Rechenzentren und Infrastruktur für KI-Anwendungen. Jassy begründet die Summe mit der enormen Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten. Die Monetarisierung erfolge so schnell, wie neue Kapazitäten installiert werden könnten.

Handelsgeschäft wächst solide

Das Kerngeschäft mit dem Online-Handel entwickelte sich ebenfalls positiv, wenn auch weniger dynamisch als die Cloud-Sparte. Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Verkäufe um 12 Prozent auf 716,9 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um 31 Prozent auf 77,7 Milliarden Dollar zu. Zu diesem Ergebnis trugen auch Personalkürzungen bei. Nach 14.000 gestrichenen Bürostellen im vergangenen Herbst plant Amazon für 2026 den Abbau weiterer 16.000 Arbeitsplätze.

Ausblick auf dem Prüfstand

Für das laufende Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn dürfte zwischen 16,5 und 21,5 Milliarden Dollar liegen und damit etwa auf Vorjahresniveau verharren. Die Kombination aus massiven Investitionen und stagnierendem operativem Ergebnis verunsicherte offenbar die Anleger.