Schweizer KMU locken Auslandskäufer

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February 13, 2026
13.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die M&A-Aktivitäten im Schweizer Mittelstand erreichten 2025 einen neuen Höchststand bei ausländischen Übernahmen. Europäische Investoren sprangen ein, während amerikanische Käufer sich zurückzogen.

Rekordjahr für Inbound-Transaktionen

Internationale Investoren entdecken den Schweizer Mittelstand. Im vergangenen Jahr wechselten 208 kleine und mittlere Unternehmen den Eigentümer, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt die aktuelle M&A-Studie von Deloitte Schweiz. Noch bemerkenswerter als die Gesamtzahl ist die Herkunft der Käufer: Jede zweite Transaktion ging auf ausländische Rechnung. Mit 104 Inbound-Deals wurde der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2013 erreicht. Das entspricht einem Anstieg von 65 Prozent binnen zwölf Monaten. Kristina Faddoul, bei Deloitte Schweiz verantwortlich für Strategy, Risk & Transactions Advisory, erklärt das Interesse mit der besonderen Positionierung des Landes. Wirtschaftliche Stabilität, Innovationskraft und spezialisierte Nischenmärkte machten Schweizer Firmen zu begehrten Zielen für Investoren, die Resilienz und langfristiges Wachstum suchten.

Franzosen vor Deutschen, Amerikaner auf dem Rückzug

Die Käuferlandschaft verschob sich deutlich. Französische Unternehmen stellten mit 27 Prozent erstmals die größte Gruppe unter den ausländischen Erwerbern und verdrängten damit deutsche Käufer auf den zweiten Platz. Investoren aus den nordischen Ländern steigerten ihren Anteil auf 13 Prozent. Auffällig ist der Einbruch bei amerikanischen Käufern. Ihr Anteil halbierte sich von 17 auf 8 Prozent. Faddoul führt dies auf den schwachen Dollar gegenüber dem Franken und die Verunsicherung durch die US-Handelspolitik zurück. Europäische Investoren hätten die entstandene Lücke selbstbewusst gefüllt. Der Technologiesektor erwies sich als stärkster Magnet. Über ein Viertel aller Übernahmen entfiel auf IT und Software, doppelt so viel wie im Vorjahr. Finanzinvestoren spielten eine tragende Rolle. Private-Equity-Firmen waren an 116 Transaktionen beteiligt, ein Anstieg von 45 Prozent. Gezielte Ergänzungskäufe verfünffachten sich. Schweizer Unternehmen selbst agierten bei Auslandsübernahmen hingegen zurückhaltender. Die Zahl der Outbound-Transaktionen sank um ein Viertel auf 51. Geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheiten bremsten die Expansionslust. Für 2026 rechnet Deloitte mit einer weiteren Belebung, getragen von niedrigen Zinsen, hohem Investitionskapital bei Private Equity und dem Fokus auf innereuropäische Transaktionen.