Die Wirtschaftsprüfer schieden im Dezember aus, nachdem Regelverletzungen bei der Mandatsbetreuung des Ölkonzerns bekannt wurden. Shell hat das Prüfungsmandat inzwischen neu vergeben.
Ein Regelverstoß kostet Karrieren. Vier Partner haben EY im Dezember verlassen, wie die Financial Times unter Berufung auf öffentliche Dokumente und informierte Kreise berichtet. Hintergrund sind mögliche Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Vorgaben bei der Prüfung von Shell. Unter den Ausgeschiedenen befindet sich Gary Donald, der das Shell-Mandat verantwortete. Auch ein Partner, der erst kurz zuvor in die Führungsriege aufgerückt war, gehört zu den Betroffenen. EY habe versucht, die Folgen des Vorfalls rasch einzugrenzen.
Der Kern des Problems liegt in der Partnerrotation. Aufsichtsrechtliche Vorschriften verlangen, dass Wirtschaftsprüfungsgesellschaften den federführenden Prüfer eines Mandats alle fünf bis sieben Jahre wechseln. Bei Shell wurden diese Vorgaben offenbar nicht eingehalten. Der Energiekonzern selbst hatte den Verstoß bereits im Juli in einer Pflichtmitteilung offengelegt. Im Dezember eröffnete der britische Financial Reporting Council eine Untersuchung der EY-Prüfung des Shell-Jahresabschlusses 2024.
Shell reagierte mit einem Prüferwechsel. Anfang Februar gab der Konzern bekannt, dass PricewaterhouseCoopers ab 2027 die Abschlussprüfung übernehmen wird. Für EY bedeutet der Verlust einen empfindlichen Reputationsschaden. Shell gehört zu den umsatzstärksten Unternehmen weltweit und zählt zu den prestigeträchtigsten Mandaten der Branche. Weder EY noch Shell waren laut Financial Times für eine Stellungnahme zu den Partnerabgängen erreichbar.




