Zum 1. September 2026 nehmen die ersten Tax Law Clinics an deutschen Hochschulen ihre Arbeit auf, mit Hannover als Pilotstandort und einem wachsenden Netz an Nachfolgeprojekten in Vorbereitung.
Nach der im Juni beschlossenen Novelle des Steuerberatungsgesetzes steht der operative Start unmittelbar bevor. An der Leibniz Universität Hannover, wo die Idee bereits 2015 durch den Verein zur Förderung der Steuerrechtswissenschaft entstand, laufen die letzten Vorbereitungen. Verantwortlich für die Umsetzung sind unter anderem Jacques Blum, Jurastudent und langjähriger Initiator, sowie Dr. Thomas Keß, Richter am Niedersächsischen Finanzgericht und Gründungsmitglied des Vereins. Das Projekt ist gemeinsam mit dem Institut für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre unter Prof. Dr. Kay Blaufus interdisziplinär angelegt.
Studierende benötigen keine Vorkenntnisse und werden über einen mehrtägigen Crashkurs in das Einkommensteuerrecht sowie in Verfahrens- und Berufsrecht eingeführt, ergänzt um Fallsimulationen. Die gesetzlich vorgeschriebene Anleitung erfolgt durch zur Steuerberatung befugte Personen. Offen ist derzeit noch, wie hoch die tatsächliche Nachfrage seitens Ratsuchender und das Interesse der Studierenden ausfallen werden. Erhofft wird vor allem eine Nachwuchswirkung: frühzeitiger Kontakt mit dem Steuerrecht und potenzielles Interesse an einer späteren Berufstätigkeit im Feld.
Über Hannover hinaus haben sich in Köln und Mannheim bereits eigene Vereine gegründet. Weitere Standorte in Vorbereitung sind Augsburg, Hamburg, Heidelberg, Leipzig und Münster. Eine Vernetzung der künftigen Clinics zum Erfahrungsaustausch ist geplant. Aus der Praxis, so berichten die Beteiligten, kommt bereits deutliches Interesse: Kanzleien, Unternehmen und die Finanzverwaltung sehen in dem Format eine frühe Kontaktfläche zum Nachwuchs.




