Zwei Drittel der Führungskräfte überdenken laut Deloitte ihr Geschäftsmodell wegen agentischer KI. Beim tatsächlichen Skalieren zeigt sich jedoch eine gravierende Lücke zwischen Ambition und operativer Realität.
Für die Studie befragte Deloitte 501 Senior Manager und C-Level-Executives aus US-Unternehmen mit aktiver Agenten-Strategie, ergänzt um 20 vertiefende Interviews. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: 42 Prozent testen erst wenige Agenten, 43 Prozent weiten den Einsatz aus, und nur 15 Prozent haben eine skalierte, orchestrierte Multi-Agenten-Umgebung erreicht. Weniger als die Hälfte hält die eigene Organisation in sechs untersuchten Dimensionen für vorbereitet. Am schwächsten schneiden Prozesse und Belegschaft ab.
Nur 16 Prozent halten ihre Geschäftsprozesse für agentenreif, lediglich fünf Prozent sprechen von einer hohen Reife. Selbst bei bereits skalierten Umgebungen erreichen die Prozessstrukturen nur bei 46 Prozent das nötige Niveau. Als größte Hürden für die Skalierung nennen 72 Prozent eine fehlende einheitliche Datenbasis, 70 Prozent mangelndes Vertrauen in die Steuerung der Agenten und 67 Prozent die Integrationskosten. Viele Unternehmen legen Agenten daher schlicht über bestehende Prozesse, was zwar kurzfristig Rendite liefert, aber laut Deloitte keine echte Transformation ersetzt.
72 Prozent der Führungskräfte erwarten in zwei bis drei Jahren erhebliche Auswirkungen auf Stellenprofile. Zugleich räumt die Hälfte ein, dass zu wenig in die Belegschaftsentwicklung investiert wird. Rollen verschieben sich von der Aufgabenerledigung zur Überwachung und Orchestrierung von KI-Systemen. Drei Viertel setzen auf Mensch-Agent-Kollaboration, doch weniger als die Hälfte hat dafür ein tragfähiges Zielbild definiert. Deloitte empfiehlt eine integrierte Roadmap, die Zielbild, Governance, Daten, Arbeitsdesign und Qualifikation gemeinsam adressiert.




