Private Equity entdeckt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Die Kanzlei analysiert, warum die Regulierung vorerst bleibt, wie sie ist.
Finanzinvestoren haben einen neuen Liebling gefunden. Nach Arztpraxen und Pflegeheimen rücken jetzt Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien in den Fokus. Taylor Wessing hat die Lage analysiert und die politischen Strömungen eingeordnet. Viele Kanzleien stecken in der Klemme. Die Gründergeneration geht in Rente, Nachfolger fehlen. Gleichzeitig verschlingt die Digitalisierung Geld, der Wettbewerb wird härter. Private-Equity-Häuser witterten ihre Chance und kaufen Einheiten zusammen, um Plattformen zu schmieden. Ohne frisches Kapital droht manchen Häusern der Abstieg.
Ganz frei können Investoren nicht agieren. Das Steuerberatungsgesetz und die Wirtschaftsprüferordnung deckeln den Einfluss branchenfremder Geldgeber. Berufsträger sollen das Sagen behalten. Wer trotzdem einsteigen will, muss Umwege gehen, etwa über zugelassene Prüfungsgesellschaften als Vehikel. Die politische Lage ist unübersichtlich. Die Länderkammer pocht auf schärfere Regeln, Standesvertreter applaudieren. Die Bundesregierung winkt ab, im Parlament fehlt eine Mehrheit für härtere Vorgaben. Taylor Wessing sieht darin keine Entscheidung, sondern Stillstand. Die einen wollen Mauern hochziehen, die anderen brauchen Kapitalspritzen.
Für Investoren zählt das Hier und Jetzt: Die Regeln bleiben wie gehabt. Übernahmen sind machbar, etliche Kanzleien haben längst Finanzpartner an Bord. Die Transaktionszahlen klettern, auch wenn die Debatte weiterköchelt. Taylor Wessing mahnt zur Differenzierung. Externe Mittel finanzieren Technologie, lösen Generationswechsel und halten Häuser im Rennen. Erfahrungen aus dem Ausland zeigten, dass Investoren nicht automatisch Qualität oder Unabhängigkeit gefährden. Entscheidend sei die Struktur der Beteiligung, nicht ihre bloße Existenz.




