Der Fachverlag startet ein neues Werkzeug für Steuerberater auf dem italienischen Markt. Die Expansion läuft, obwohl die Aktie unter Druck steht.
Wolters Kluwer baut sein Geschäft aus. Der niederländische Informationsdienstleister bringt eine KI-gestützte Anwendung für den italienischen Steuermarkt. Genya Dichiarativi Expert AI nennt sich das Werkzeug, das in die bestehende Cloud-Plattform Genya eingebettet wird. Zielgruppe sind Steuerberater und Buchhalter, die mit wachsenden regulatorischen Anforderungen kämpfen. Das Tool soll bei der Mehrwertsteuererklärung 2026 entlasten. Daten werden automatisch eingepflegt, Plausibilitätsprüfungen laufen im Hintergrund. Wer bisher Stunden mit manueller Eingabe verbrachte, gewinnt Zeit für komplexere Aufgaben. Tomás Font, der bei Wolters Kluwer das Geschäft in Südeuropa verantwortet, sieht großen Bedarf an verlässlichen digitalen Helfern im Berufsalltag.
Italien ist nur eine Station. Im März ging die CCH-iFirm-Plattform in Singapur und Malaysia an den Start. Dort treiben Vorschriften wie E-Invoicing die Nachfrage nach digitalen Lösungen. Wolters Kluwer folgt der Regulierungswelle rund um den Globus. Das Geschäftsmodell trägt. 2025 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro. Das Abo-Geschäft mit Software liefert planbare Einnahmen. Trotzdem hat die Aktie seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel eingebüßt. Die Börse wartet auf Signale, dass die neuen Produkte die Margen stabilisieren. Wolters Kluwer wettet darauf, dass Vorschriften nicht einfacher werden. Je dichter das Regelwerk, desto größer die Nachfrage nach Werkzeugen, die den Durchblick behalten. Ob diese Rechnung aufgeht, entscheiden die kommenden Quartale.




