Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS setzt auf Standardisierung & industrielle Bündelung und positioniert sich als aktiver Konsolidator in Europa.
TKMS-Vorstandschef Oliver Burkhard hat sich in seiner Rede zur Hauptversammlung am 27. Februar erneut für eine Bündelung der Kräfte in der europäischen Marineschiffbauindustrie ausgesprochen. „Wenn Verteidigungsfähigkeit schneller hergestellt werden soll, braucht es Standardisierung, industrielle Bündelung – und Geschwindigkeit“, erklärte Burkhard. „Geld allein baut keine Schiffe.“ Entscheidend sei, wie schnell Industrie und Auftraggeber gemeinsam handlungsfähig würden. TKMS sei bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv bei der Konsolidierung in Europa und Deutschland mitzuwirken.
Thyssenkrupp hatte das Rüstungsgeschäft Thyssenkrupp Marine Systems im vergangenen Jahr abgespalten und an die Börse gebracht. An dem neuen Unternehmen TKMS hält der Konzern weiter die Mehrheit. Nach jahrelangem Stillstand ist die Branche in Bewegung gekommen: TKMS hat dem kleineren Konkurrenten German Naval Yards Kiel (GNYK) ein unverbindliches Übernahmeangebot gemacht. Die Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall kaufte die Rüstungssparte der Bremer Lürssen-Werft. Insidern zufolge hatte TKMS-Chef Burkhard bereits früher seine Fühler auch nach europäischen Anbietern ausgestreckt.
Die Konsolidierungsstrategie von TKMS folgt einer klaren industriellen Logik: Standardisierte Plattformen ermöglichen schnellere Lieferzeiten, effizientere Fertigung und geringere Entwicklungskosten. In einem Marktumfeld, das von steigenden europäischen Verteidigungsbudgets geprägt ist, gewinnt derjenige, der schnell liefern kann. Für M&A-Berater und Transaktionsanwälte im Defence-Sektor ist TKMS ein Akteur, dessen Konsolidierungsambitionen über Deutschland hinausreichen könnten – eine Entwicklung, die den europäischen Marineschiffbau nachhaltig verändern dürfte.




