Daimler Truck wählt Open-Source-KI

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February 24, 2026
24.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der Nutzfahrzeughersteller führt die KI-Plattform LibreChat für alle Beschäftigten weltweit ein. Mit dem Schritt setzt das DAX-40-Unternehmen auf technologische Unabhängigkeit statt fertiger Konzernlösungen.

Gegen den Strom

Während viele Großkonzerne KI-Anwendungen von etablierten Anbietern einkaufen, schlägt Daimler Truck einen anderen Kurs ein. Das Unternehmen hat sich für LibreChat entschieden, eine quelloffene Plattform, die verschiedene Sprachmodelle wie GPT und Claude sowie Bildgenerierungstools unter einer Oberfläche vereint. Ab sofort steht das System sämtlichen Mitarbeitern an allen Standorten zur Verfügung. Andrea Seidel, Head of IT Transformation bei Daimler Truck, nennt Unabhängigkeit als zentrales Motiv. Gemeinsam mit Entwicklern weltweit arbeite das Unternehmen an einer Plattform, die Zugang zu künstlicher Intelligenz ermögliche, ohne sich an einzelne Hersteller zu binden. Eigene Anpassungen fließen zurück in die Community. Vor dem unternehmensweiten Start wurden bereits spezifische Funktionen entwickelt, etwa eine Anbindung an SharePoint.

Tausende Agenten im Einsatz

Die Belegschaft hat das Angebot angenommen. Seit der Pilotphase haben mehrere tausend Nutzer über 3.000 individuelle KI-Agenten erstellt. Diese übernehmen unterschiedlichste Aufgaben und können mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden. Die technische Infrastruktur liefert AWS, wobei eingegebene Daten nicht an die Anbieter der Sprachmodelle weitergegeben werden. Der Einsatz künstlicher Intelligenz wurde mit dem Gesamtbetriebsrat abgestimmt. Eine Konzernbetriebsvereinbarung regelt den verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. Teil des Pakets ist auch eine Qualifizierungsoffensive, die seit Anfang 2025 in mehreren Sprachen an allen Standorten läuft. Ziel ist es, Innovation und Mitbestimmung in Einklang zu bringen. Daimler Truck betont die Vorteile des gewählten Ansatzes. Die Kontrolle über Weiterentwicklung und Anpassung liege im eigenen Haus. Das sorge für transparente Kostenstrukturen und erleichtere die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Andere KI-Anwendungen externer Anbieter bleiben parallel verfügbar, doch LibreChat bildet künftig das Rückgrat der unternehmensweiten KI-Strategie.