OpenAI fährt Ausgaben zurück

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February 24, 2026
24.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der KI-Entwickler schraubt seine Infrastrukturpläne deutlich herunter. Statt 1,4 Billionen Euro sollen bis 2030 nur noch 600 Milliarden in Rechenleistung fließen. Beobachter sehen darin ein Signal an potenzielle Börseninvestoren.

Neue Rechnung in San Francisco

Noch vor wenigen Monaten kannte die Ambition bei OpenAI kaum Grenzen. Das Infrastrukturprojekt Stargate sollte dem Unternehmen nahezu unbegrenzte Rechenkapazitäten verschaffen. Nun hat die Führung die Pläne deutlich zusammengestrichen. Die ursprünglich vorgesehenen 1,4 Billionen Euro schrumpfen auf 600 Milliarden. Das klingt nach radikaler Kürzung, bleibt aber eine Summe, von der selbst Microsoft oder Amazon nur träumen können.

Was steckt hinter der Kehrtwende?

Analysten interpretieren den Schritt als Anpassung an die Realität. Die ursprünglichen Pläne basierten auf optimistischen Annahmen über Umsatzentwicklung und Hardwareverfügbarkeit. Investoren haben zuletzt verstärkt auf nachhaltigere Kapitalstrategien gedrungen. Wer einen Börsengang anstrebt, muss zeigen, dass er mit Geld umgehen kann. OpenAI scheint diese Lektion verstanden zu haben.

Chipriese steigt groß ein

Parallel zur Neuausrichtung hat OpenAI eine Finanzierungsrunde über mehr als 100 Milliarden Euro abgeschlossen. NVIDIA beteiligt sich mit 30 Milliarden Euro direkt am Unternehmen. Die Verbindung zwischen dem führenden KI-Entwickler und seinem wichtigsten Hardwarelieferanten wird damit noch enger. Die aktuelle Bewertung liegt bei rund 830 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahrzehnts plant OpenAI mit einem Jahresumsatz von über 280 Milliarden Euro. ChatGPT-Abonnements für Endkunden und Unternehmenslösungen sollen etwa gleich viel beitragen. Wer diese Prognose den geplanten Investitionen gegenüberstellt, erkennt erstmals einen plausiblen Weg in die Gewinnzone. Genau diese Rechnung wollen potenzielle Börseninvestoren sehen.

Zeichen an die Kapitalmärkte

Die Kombination aus gedrosselten Ausgaben, gesicherter Finanzierung und ambitionierten Umsatzzielen bereitet den Boden für einen möglichen Börsengang. OpenAI demonstriert, dass das Geschäft mit künstlicher Intelligenz nicht nur technologisch faszinierend, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sein kann. Für institutionelle Anleger, die lange auf Zeichen der Mäßigung gewartet haben, dürfte das eine willkommene Botschaft sein.