UBS und Privatize bauen digitalen Zugang zu Privatmärkten aus

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February 9, 2026
09.02.2026
2 Minuten Lesezeit

UBS Financial Intermediaries Deutschland und die Plattform Privatize starten eine Kooperation. Unabhängige Vermögensverwalter sollen damit Private-Markets-Strategien digital, regelkonform und mit institutionellen Standards in Kundendepots integrieren können.

Prozesse von Aufklärung bis Berichtswesen in einem Ablauf

Privatize stellt die digitale Infrastruktur, UBS bindet die Lösung in die eigene IT-Landschaft ein. Abgedeckt werden nach Angaben der Partner die Anlegeraufklärung, Fondsanalyse und das digitale Onboarding ebenso wie regulatorische Prüfungen, Ausführung, Verwahrung und Reporting. Damit wird ein Prozess standardisiert, der bislang häufig über manuelle Schnittstellen, Medienbrüche und heterogene Dokumentationswege lief. Für Vermögensverwalter sinkt der operative Aufwand, gleichzeitig steigt die Nachvollziehbarkeit gegenüber Kunden und internen Kontrollinstanzen. Die Kooperation zielt damit weniger auf ein einzelnes Produkt, sondern auf eine skalierbare Prozessarchitektur für den Privatmarkt-Vertrieb.

Zugang auch für vermögende Privatkunden und Stiftungen

Ein vergleichbarer End-to-End-Prozess war lange vor allem institutionellen Investoren vorbehalten, die eigene Teams und Systeme für Due Diligence, Zeichnung und laufendes Monitoring vorhalten. Durch die Kooperation können nun auch vermögende Privatkunden und Stiftungen, die von unabhängigen Vermögensverwaltern betreut werden, strukturierter an Private Equity, Private Credit und Sachwerte herangeführt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur der Produktzugang, sondern die Fähigkeit, Zeichnungsstrecken und Datenanforderungen sauber zu steuern. Gerade bei Privatmarktprodukten mit komplexen Dokumentationspflichten wird Prozessqualität zum Differenzierungsmerkmal. Gleichzeitig kann Standardisierung helfen, Risiken zu reduzieren und die Implementierung in Portfolios zu beschleunigen.

Gute Unternehmensführung wird zur Wettbewerbsdimension

Für Fondsmanager entsteht damit ein enger Korridor, der präzise Definitionen und saubere Unternehmensführung verlangt. Im deutschsprachigen Raum wird gute Unternehmensführung zur Wettbewerbsdimension: Wer Leitplanken, Prüftiefe und Transparenz sauber strukturiert, kann von der politischen Priorität profitieren, Privatmärkte breiter zugänglich zu machen. Für Anbieter bedeutet das, dass Unternehmensführung und Kontrollstrukturen nicht nur ein Pflichtkapitel im Prospekt sind, sondern Teil der Vertriebsfähigkeit werden. Prüfbarkeit, Dokumentationslogik und Reporting-Standards müssen so gestaltet sein, dass sie auch im Private-Wealth-Geschäft funktionieren. Die Kooperation ist damit auch ein indirekter Druck auf Manager, ihre Prozesse und Datenlieferungen weiter zu professionalisieren.