Eine Studie der Strategieberatung prognostiziert massive Verschiebungen im deutschen Einzelhandel. Bis 2030 könnten 1,7 Millionen Stellen wegfallen oder sich grundlegend wandeln.
Der deutsche Einzelhandel steht vor einem gewaltigen Umbau. Die Strategiesparte von PwC hat durchgerechnet, was Automatisierung, Outsourcing und die Verschmelzung von Online- und Filialgeschäft für die Belegschaften bedeuten. Rund 45 Prozent der Arbeitsplätze werden bis Ende des Jahrzehnts betroffen sein. Die Gesamtzahl der Beschäftigten sinkt zwar nur um etwa zehn Prozent, von 3,15 Millionen auf 2,81 Millionen. Doch hinter dieser moderaten Zahl verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel.
340.000 Stellen fallen der Automatisierung zum Opfer. Weitere 1,36 Millionen verlangen künftig völlig andere Fähigkeiten. Dieter Kern, Partner bei PwC, beschreibt die gefährdeten Profile: „Das sind typischerweise Tätigkeiten mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden, standardisierbaren Aufgaben – etwa klassische Kassier- und einfache Checkout-Tätigkeiten, simple Lager- und Auffüllprozesse oder Servicerollen ohne Beratungsanteil."
Von den Betroffenen scheiden 510.000 durch Ruhestand aus. Für 785.000 empfiehlt die Beratung einen Branchenwechsel. Nur 1,45 Millionen der heutigen Mitarbeiter bringen zukunftsfeste Qualifikationen mit. Unterm Strich klafft eine Lücke von 880.000 Fachkräften.
Kern mahnt zum Handeln: „Unsere Studie ist ein Weckruf: Die Transformation kommt in jedem Fall. Die Frage ist, ob der Handel sie aktiv gestaltet. Wenn Unternehmen nicht investieren, wird der Fachkräftemangel stark durchschlagen und Verunsicherung bei den Beschäftigten schüren."




