Der ehemalige IT-Manager, der über 17 Monate hinweg 423 Laptops aus dem Hongkonger Deloitte-Büro entwendet und weiterverkauft hatte, ist zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden.
Die zuständige District-Court-Richterin Minnie Wat Lai-man verhängte die Strafe am Freitag und rügte den 40-jährigen Ho Man-kit deutlich für den Missbrauch seiner Vertrauensstellung. In der Urteilsbegründung hob sie hervor, dass Ho als Abteilungsleiter mit Zuständigkeit für die IT-Ausstattung des Hauses seine Position über einen ausgedehnten Zeitraum systematisch für persönliche Bereicherung ausgenutzt habe. Ho hatte sich in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Nach seiner Festnahme hatten sich die Verfahren über drei Jahre gezogen.
Ein Detail aus der Urteilsverkündung dürfte besonders bemerkenswert sein: Die durch den Weiterverkauf erzielten Erlöse hat Ho durchgängig in spekulative Wertpapiergeschäfte investiert und dabei vollständig verloren. Eine Wiedergutmachung gegenüber Deloitte ist damit ausgeschlossen. Der Gesamtschaden für die Prüfungsgesellschaft beläuft sich auf 1,2 Millionen Hongkong-Dollar.
In das Verfahren floss zudem ein psychiatrisches Gutachten ein, das bei Ho eine Anpassungsstörung diagnostizierte. Nach medikamentöser Behandlung sei zwar eine Stabilisierung eingetreten, seine mentale Verfassung gelte jedoch weiterhin als fragil. Für die Big-Four-Gesellschaft bleibt neben dem materiellen Verlust vor allem ein reputativer Nachhall: Der Fall zeigt, wie erheblich das Schadenspotenzial werden kann, wenn interne Kontrollen bei privilegierten IT-Zugängen versagen, ein Thema, das die Prüfungshäuser bei ihren eigenen Mandanten regelmäßig adressieren.




