Carlsen verklagt OpenAI wegen NEINhorn

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August 21, 2026
24.08.2026
2 Minuten Lesezeit

Der Hamburger Kinderbuchverlag zieht vor das Landgericht München I, weil ChatGPT auf Anfrage komplette Fake-Ausgaben des NEINhorns generiert, samt Illustrationen, Umschlag und erfundener ISBN.

Druckfertige Plagiate per Prompt

Nach Darstellung des Carlsen Verlags produziert ChatGPT auf Nachfrage nicht nur neue Geschichten rund um die urheberrechtlich geschützte Figur, sondern liefert satzreife Buchprojekte. Erzeugt werden vollständige Titel mit fingierter ISBN, dazu passende Illustrationen, ein gestalteter Buchumschlag, ein Impressum und sogar das Verlagslogo. Die grafische Anmutung der Bilder liege dabei so nah am Original von Autor Marc-Uwe Kling und Illustratorin Astrid Henn, dass eine unrechtmäßige Verwendung der Werke im Trainingsprozess naheliege. Auffällig ist zudem, dass der Chatbot ohne Aufforderung Figuren und Schauplätze aus späteren Bänden der Reihe einbaut.

Klage zielt auf Trainingsdaten und Schadensersatz

Für Carlsen deutet die Detailtreue auf eine Memorisierung der Originalinhalte in den Modellen hin, die jederzeit über den Chatbot abrufbar sei. Christian Schumacher-Gebler, CEO der Bonnier-Gruppe, formuliert ein mehrstufiges Forderungspaket: An erster Stelle steht die finanzielle Kompensation entstandener Schäden, hinzu kommen die volle Übernahme der Verantwortung für rechtswidrige Handlungen, die Offenlegung möglicher Missstände sowie die Verpflichtung, geschützte Werke künftig nicht mehr unlizenziert zu verwenden. Marc-Uwe Kling verweist auf die Asymmetrie: Während bereits das illegale Herunterladen einzelner Werke sanktioniert werde, greife OpenAI auf ganze Werkbestände zu. Astrid Henn zieht die Parallele zum Diebstahl geistigen Eigentums.

Vertrauter Gerichtsstand für OpenAI

Eingereicht wurde die Klage am Landgericht München I, einem Forum, das OpenAI bereits aus dem Verfahren mit der GEMA kennt. Für Carlsen ist der urheberrechtliche Konflikt mit KI-Systemen kein Neuland: Schon vor einem Jahr hatte der Verlag rechtliche Schritte gegen problematische KI-Nutzungen seiner Conni-Figur angekündigt.

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