50 europäische CEOs und Investoren fordern in einem offenen Brief, das geplante EU-Inc-Gesetz für einfachere Firmengründungen nicht abzuschwächen. Ein Vorschlag des Rats stellt jedoch zentrale Punkte wie Register, Haftung und Zeitplan der Reform infrage.
In einem offenen Brief vom 10. September appellieren 50 CEOs und Investoren, darunter Daniel Ek (Spotify), Jarek Kutylowski (DeepL) und Vertreter von Index Ventures, Accel und Sequoia, an die EU, das geplante EU-Inc-Gesetz nicht zu entschärfen. Parallel warnen rund 26.000 weitere Gründer und Investoren in einem separaten Brief vor einem Scheitern der Reform. Gefordert werden freie Standortwahl, ein zentrales EU-Register, einheitliche Regeln für Mitarbeiterbeteiligungen sowie lokales Arbeitsrecht am jeweiligen Einsatzort. Der ursprüngliche Kommissionsvorschlag sieht eine volldigitale Gründung ohne Notar und Mindestkapital vor, binnen 48 Stunden und für unter 100 Euro.
Ein Ratskompromiss stößt auf Widerstand: Das zentrale Register soll wegfallen, eine Übergangsfrist von 27 Monaten könnte erste Gründungen bis 2028 verzögern. Für Aufsehen sorgt zudem ein von Stripe-Chef Patrick Collison geschilderter Fall mit 30.000 Euro Notarkosten, üblich seien laut Verbänden dagegen 600 bis 800 Euro für eine GmbH. Der Druck bleibt hoch: Knapp 60 Prozent aller wachstumsstarken Unternehmen sitzen in den USA, in der EU nur 8 Prozent, bei rund 100 Tagen bis zur Winterpause soll der Trilog Ende Oktober starten.




