Die Private-Equity-Gruppe NSSK übernimmt die kommerziellen Rechte an Japans Herren-GolfTour und steckt Milliarden in den angeschlagenen Sport, als Vorbild dient die US-PGA.
Der schwache Yen und die verhaltene Konjunkturentwicklung in Japan haben die Preisgelder auf der Golf-Tour zuletzt spürbar gedrückt, obwohl das Land weiterhin Weltklasse-Plätze und eine milliardenschwere Golfindustrie hat. NSSK-Gründer Jun Tsusaka sagt, die Tour sei international zurückgefallen, weil notwendige Reformen ausblieben. NSSK übernahm daher die Geschäftsführung von einer gemeinnützigen Organisation und sicherte rund 20 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 125 Millionen Dollar, zur Stabilisierung zu. Den Ausschlag gab laut Tsusaka ein Pro-Am-Turnier in Neuseeland, bei dem ihm Golfstar Ryo Ishikawa anvertraute, der Sport brauche dringend Hilfe Binnen zwölf Monaten stand der Deal. Trotz des Rückgangs seit den Asset-Bubble-Jahren taxiert etwa das Japan Productivity Center den Wert der Tour weiterhin auf bis zu 1,4 Billionen Yen, umgerechnet 8,8 Milliarden Dollar.
NSSK orientiert sich an der US-PGA, die auf knapp 13 Milliarden Dollar taxiert wird und selbst 2024 wegen der Konkurrenz von LIV Golf ihre Preisgelder erhöhen musste, damals ebenfalls mit frischem Private-Equity-Kapital. LIV Golf meldete diese Woche in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 an, mit Schulden von 500 Millionen bis 1 Milliarde Dollar. Tsusaka setzt auf Social-Media-Content und Dokumentationen, unter anderem mit Netflix, und will die Preisgelder bewusst schrittweise statt abrupt steigen lassen: "Dies ist ein 10-Jahres-Spiel, wenn nicht länger."




