Beim Gang an den Kapitalmarkt verlässt sich Österreichs Autobahnbetreiber auf die Bonität des Staates und auf gleich drei Kanzleien, die Emittent und Banken durch die Transaktion lotsen.
Wer sich das Geld des Staates leiht, borgt es sich zu dessen Konditionen. Genau davon profitiert die Asfinag bei ihrer jüngsten Anleihe über 500 Millionen Euro, für die die Republik Österreich geradesteht. Das Papier läuft bis September 2031 und trägt einen Kupon von 3,25 Prozent. Weil hinter der Rückzahlung der Staat selbst steht, wandert dessen Spitzenbonität direkt auf das Wertpapier, was sich in den Bestnoten AA+ von Standard & Poor's und Aa1 von Moody's niederschlägt. Rechtlich an der Seite des Mautbetreibers stand die Kanzlei Schönherr unter Federführung von Partnerin Ursula Rath.
Gedacht ist die Emission nicht für Privatanleger, sondern für institutionelle Investoren, was schon die hohe Stückelung von 100.000 Euro signalisiert. Gehandelt wird sie an zwei Plätzen zugleich, in Wien und Luxemburg. Die Platzierung übernahm ein Bankenkonsortium mit klingenden Namen wie Morgan Stanley, Erste Group und Raiffeisen Bank International. Auch diese Seite ließ sich juristisch begleiten, und zwar von Linklaters für die internationale Dimension und von Binder Grösswang für alles, was österreichisches Recht betrifft.
Für Schönherr ist die Asfinag keine neue Bekanntschaft, sondern ein Mandant, den die Kanzlei seit Jahren durch solche Transaktionen begleitet. Dass die Papiere reißenden Absatz fanden und sich zu attraktiven Konditionen platzieren ließen, wertet Rath als Beleg für die Verlässlichkeit sowohl des Emittenten als auch der dahinterstehenden Staatsgarantie. Bemerkenswert bleibt, wie viel juristische Feinarbeit selbst eine solche mustergültige Standardanleihe verlangt, wenn öffentliche Hand, mehrere Börsenplätze und ein ganzes Bankenkonsortium zusammenkommen.




