Wettbetrug mit Insiderwissen: KPMG-Mitarbeiter drohen Anklagen wegen Prognosemarkt-Deals

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September 14, 2026
14.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein Beschäftigter soll vertrauliche Prüfungsdaten genutzt haben, um auf einem Krypto-Prognosemarkt fast fehlerfrei auf die Quartalszahlen von KPMG-Mandanten zu wetten.

Ein zu perfektes Muster

US-Ermittlungsbehörden bereiten offenbar eine Anklage gegen einen KPMG-Mitarbeiter vor, der vertrauliche Prüfungsinformationen für erfolgreiche Wetten auf einem Krypto-Prognosemarkt genutzt haben soll. Auf die Spur kam man ihm durch ein auffälliges Muster, denn eine Gruppe von Polymarket-Konten gewann reihenweise Wetten auf Unternehmensergebnisse, die alle eines gemeinsam hatten: Sie wurden von KPMG geprüft. Der Händler platzierte 42 Ja-Nein-Wetten auf die Quartalszahlen von 18 Firmen und lag bei allen bis auf eine richtig. Unter den betroffenen Unternehmen waren Namen wie Wells Fargo, DoorDash, General Mills und Home Depot. Der Gewinn belief sich laut einer zitierten Blockchain-Analyse auf rund 22.000 Dollar.

Kein sicherer Hafen für Insiderhandel

Rechtlich ist der Fall brisant, weil Prognosemärkte keinen Schutz vor den Regeln zum Insiderhandel bieten. Anwälte der New Yorker Kanzlei Debevoise & Plimpton verweisen darauf, dass sowohl das Justizministerium als auch die Terminmarktaufsicht CFTC über hinreichend weit gefasste Rechtsauffassungen verfügen, um den Handel mit Ereigniskontrakten auf Basis missbrauchter Unternehmensdaten zu erfassen. Das schließt Ergebnisdaten ausdrücklich ein, die jemand aufgrund einer beruflichen Verschwiegenheitspflicht erlangt hat. Betroffen sein könnten demnach nicht nur Angestellte, sondern auch Anwälte, Banker, Aufsichtsräte und Berater.

Wie das Geschäft funktioniert

Auf Polymarket kaufen Händler Anteile an Wettausgängen, die an die Quartalsergebnisse von Unternehmen geknüpft sind, gemessen an den Konsensschätzungen der Wall Street. Der Verdacht lautet, dass der KPMG-Mitarbeiter dank seines Prüfungszugangs vorab wusste, wie die Mandanten gegenüber diesen Erwartungsmarken abschneiden würden. Die Wetten begannen im November 2025 und liefen über mehrere Monate. Aus welchem Büro die Daten stammen, ist bislang unbekannt, und eine formelle Anklage lag bis zum 13. September noch nicht vor. KPMG betont, keinerlei Toleranz für die Nutzung nicht öffentlicher Mandanteninformationen zu haben, auch nicht auf Prognosemärkten.

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