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September 15, 2026
15.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Hellman & Friedman verkauft Anteile am italienischen Softwarekonzern an Francisco Partners und KKR. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit 8 bis 10 Mrd. Euro und folgt dem Muster eines Private IPO.

Ungewöhnlicher Verkauf statt Börsengang

Hellman & Friedman (H&F) verkauft rund 10 Prozent seiner TeamSystem-Anteile an Francisco Partners, weitere gut 5 Prozent gehen unter anderem an KKR, den Rest überführt H&F in einen eigenen anderen Fonds. Der Deal bewertet den italienischen Softwarekonzern mit 8 bis 10 Milliarden Euro und gilt als "privater Börsengang": H&F verkauft damit einen Großteil seiner Position direkt an neue Investoren statt an die Börse zu gehen. Ausgelöst auch durch Sorgen um Künstliche Intelligenz kam es an den Softwaremärkten dieses Jahr zu einem Kurseinbruch, der Bewertungen drückt und teils sogar Transaktionen gefährdet.

Bewertungssprung seit 2016

Hellman & Friedman hatte 2016 erstmals in TeamSystem investiert, als das Unternehmen einen EBITDA von lediglich 75 Mio. Euro erwirtschaftete. Seitdem hat sich dieser Wert vervielfacht. Der aktuelle Unternehmenswert von 8 bis 10 Mrd. Euro entspricht dem 16,5- bis 17-Fachen des für 2025 erwarteten bereinigten EBITDA von 476 Mio. Euro. Im Juli berichtete die Financial Times, dass Hellman & Friedman eine Bewertung von etwa 8 Mrd. Euro anstrebte. Eine Unternehmensmeldung zeigt, dass Hellman & Friedman im Juli 69 Prozent der Anteile hielt, während Silver Lake 12,8 Prozent und der Staatsfonds ADIA aus Abu Dhabi 9,8 Prozent besaßen. ADIA hatte die Beteiligung 2023 von Hellman & Friedman erworben.

Widerstandsfähiges Geschäftsmodell in schwierigem Umfeld

Die Transaktion fällt in eine Phase, in der europäische Softwareunternehmen von großen Finanzinvestoren umfassend umstrukturiert werden. Letzte Woche kündigte Silver Lake an, seine beiden französischen Softwarefirmen Cegid und Silae zu fusionieren und damit eine Unternehmensgruppe mit einem Wert von über 10 Mrd. Euro zu schaffen. Der Schritt von Hellman & Friedman erfolgt vor dem Hintergrund eines starken Kursrückgangs bei Softwareaktien in diesem Jahr, der teilweise auf Sorgen über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Branche zurückzuführen ist. Diese Entwicklung hat Bewertungen belastet und Transaktionen in der gesamten Branche gefährdet. TeamSystem liefert Buchhaltungs-, Lohn- und Unternehmensmanagementsoftware an Unternehmen und Fachleute. Ein Insider betonte, die Produkte seien eng mit den E-Rechnungs-Systemen der italienischen Regierung verzahnt, auf die kleine und mittlere Betriebe zurückgreifen. Dadurch seien sie für KI-gestützte Wettbewerber schwerer nachzubilden.

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