Florent Bonnard wechselt nach mehreren Jahren bei der Europäischen Zentralbank in die Frankfurter Wirtschaftskanzlei. Sein Fachgebiet ist die Aufsicht über Banken, ein Thema, das Mandanten zunehmend beschäftigt.
Wenn Florent Bonnard seit dem 1. Juni morgens das Büro betritt, dürfte ihm einiges bekannt vorkommen. Schließlich hat der Jurist schon einmal für eine Vorgängerorganisation seines neuen Arbeitgebers gearbeitet, allerdings in einer anderen Stadt und einer anderen Funktion. Zwischen 2014 und Anfang 2018 saß er als Senior Associate im Pariser Büro von Allen & Overy. Vor zwei Jahren ging diese Kanzlei in einer Fusion mit Shearman & Sterling auf, woraus die heutige internationale Sozietät hervorgegangen ist.
Den größeren Teil der jüngeren Vergangenheit verbrachte Bonnard allerdings auf der anderen Seite des Tisches. Bei der Europäischen Zentralbank arbeitete er als Senior Legal Counsel im Bereich Bankenaufsicht. Dort kümmerte er sich um rechtliche Bewertungen heikler Fragen, lieferte den Entscheidungsgremien juristisches Rüstzeug und vertrat die Institution, wenn Streitfälle vor europäischen Gerichten ausgetragen wurden. Wer so tief in die Mechanik der Aufsicht hineingeschaut hat, kennt die Denkweisen der Behörden aus erster Hand. Dieses Wissen will Bonnard künftig auf der Beraterseite einsetzen.
Sein beruflicher Werdegang zeigt, wie konsequent der Anwalt sein Spezialgebiet verfolgt hat. Bevor er zur Notenbank ging, sammelte er Erfahrungen bei der französischen Aufsichtsbehörde sowie beim Bankhaus Société Générale. Es ist eine Laufbahn, die ihm den Blick aus mehreren Perspektiven verschafft hat: aus der Praxis einer Geschäftsbank, aus dem Inneren einer nationalen Aufsicht und aus der europäischen Schaltzentrale.
Bei A&O Shearman ordnet sich Bonnard in ein Team ein, das von Alexander Behrens und Martina Stegmaier geführt wird. Die Kanzlei reagiert mit der Personalentscheidung auf einen wachsenden Beratungsbedarf bei Themen, die mit der EZB verbunden sind. Banken stehen unter zunehmender regulatorischer Beobachtung, und Mandanten suchen verstärkt Experten, die mit den Abläufen in Frankfurt vertraut sind.
Ein weiterer prominenter Kopf rundet die Aufstellung ab. Joachim Wuermeling, früher Mitglied des Bundesbankvorstands und im Aufsichtsgremium der EZB tätig, arbeitet als Of Counsel für die Kanzlei. Damit verbindet das Haus aktuelle anwaltliche Beratung mit Erfahrung aus den höchsten Etagen der Bankenaufsicht.




