IAV und Schaeffler streichen 3.800 Stellen

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August 6, 2026
07.08.2026
3 Minuten Lesezeit

Die VW-Tochter IAV und der Zulieferer Schaeffler kündigen am selben Tag drastische Stellenkürzungen an, zusammen fallen 3.800 Jobs weg. Bei IAV soll das Management laut IG Metall während der Verhandlungen mit Insolvenz gedroht haben.

IAV baut fast 2.000 Stellen ab

Der Konflikt um den Stellenabbau bei der VW-Entwicklungstochter IAV hat sich zugespitzt: Die IG Metall wirft der Geschäftsführung vor, in den Verhandlungen wiederholt mit einer Insolvenz gedroht zu haben. Am Ende einigten sich beide Seiten trotzdem auf ein Sparpaket, das die Belegschaft bis Ende 2027 um 40 Prozent auf 2.970 Beschäftigte reduzieren soll, umgesetzt über freiwillige Abfindungen und ohne betriebsbedingte Kündigungen. Konzernmutter Volkswagen hält die Hälfte der Anteile an IAV und macht ihre künftige Unterstützung offenbar von genau dieser Einigung abhängig. Verhandlungsführer Thilo Reusch verteidigte die Zustimmung der Gewerkschaft trotz der harten Zahlen: „Wir dürfen den Tarifabschluss nicht mit der unternehmerischen Entscheidung zum Stellenabbau vermischen.“ Immerhin soll ab Sommer 2028, wenn die angepeilte Mitarbeiterzahl erreicht ist, ein Kündigungsschutz gelten, was laut Reusch „den Menschen eine gewisse Verlässlichkeit in einer Phase, die von großen Sorgen geprägt ist“ gebe. Zusätzlich verkleinert IAV seinen Stammsitz in Berlin und verlagert Aufgaben ins niedersächsische Gifhorn. Wer konkret ein Abfindungsangebot bekommt, steht noch nicht fest. Der Hintergrund: VW kann Fahrzeuge für den chinesischen Markt inzwischen ohne Zulieferer wie IAV komplett vor Ort entwickeln. Konzernchef Oliver Blume plant ein Sparprogramm, das insgesamt bis zu 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland betreffen könnte. Auch bei zugekauften Entwicklungsleistungen soll gekürzt werden.

Schaeffler setzt auf Altersteilzeit statt Kündigungen

Auch bei Schaeffler dominiert der Rückbau: Der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach setzt beim Abbau von 1.800 Stellen auf ein Altersteilzeitmodell für Jahrgänge bis 1971. Intern rechnet man damit, dass rund ein Fünftel der Berechtigten das Angebot annimmt. Personalchefin Astrid Fontaine begründet den Schritt damit, auf das „hohe Interesse unserer Mitarbeitenden“ zu reagieren und gleichzeitig „flexible Lösungen“ zu schaffen, die zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Ab 2027 soll das Modell spürbar Kosten senken. Es ist nicht der erste Einschnitt: Bereits Ende 2024 hatte Schaeffler 4.700 Jobs in Europa abgebaut, 2.800 davon in Deutschland, und allein im ersten Halbjahr 2026 schrumpfte die weltweite Belegschaft um weitere 1.900 auf knapp 109.000 Beschäftigte. Immerhin gibt es auch positive Nachrichten aus dem Konzern: CEO Klaus Rosenfeld verwies auf drei neue Aufträge für humanoide Roboter mit einem Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro. Unter anderem für den chinesischen VW-Partner Xpeng, der seinen Roboter Iron noch in diesem Jahr in Serie bringen will.

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