KPMG: KI spart weniger als gedacht

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July 13, 2026
13.07.2026
2 Minuten Lesezeit

KI sollte Personal ersetzen und Kosten drücken. Eine globale KPMG-Erhebung unter 2.145 Führungskräften zeigt: Ohne klare Steuerung von oben kippt genau diese Rechnung.

Der Trugschluss von der billigen Automatisierung

Am Anfang stand ein simples Versprechen: Maschinen übernehmen, Gehälter fallen weg, die Bilanz atmet auf. In der Praxis löst sich dieser Automatismus auf. Wo laufende Systeme mehr verschlingen, als sie an geschäftlichem Wert zurückgeben, ziehen Unternehmen die Notbremse, nicht selten mitten im Projekt. Fast die Hälfte der von KPMG befragten Organisationen hat genau das getan und einzelne Vorhaben ausgesetzt oder umgebaut. Bemerkenswert ist die Lesart der Analysten: Kein Vertrauensverlust, sondern eine Reifung. Die Euphorie weicht einer nüchternen Frage danach, was sich am Ende wirklich auszahlt.

Führung entscheidet über Gewinn oder Fehlschlag

Was die erfolgreichen von den erfolglosen Häusern trennt, ist weniger die Technik als die Hand, die sie lenkt. Steve Chase, weltweit für KI und digitale Innovation bei KPMG International zuständig, macht eine klare Trennlinie aus: Unternehmen mit entschlossener Steuerung an der Spitze schneiden auf breiter Front besser ab, beim Zutrauen der Belegschaft ebenso wie beim greifbaren Ertrag. Der Umkehrschluss ist unbequem. Vielerorts fehlt schlicht die Ordnung. Produziert ein Modell Unsinn oder erfindet Fakten, ist oft ungeklärt, wer dafür geradesteht. Nur wenige Firmen haben festgeschrieben, wann ein Mensch eingreift, wer die Ausgaben deckelt und woran sich ein brauchbares Ergebnis überhaupt erkennen lässt.

Warum die Rechnung im Verborgenen wächst

Es bleibt die Frage, weshalb die Kosten so überraschen. Die Antwort liegt im Kleingedruckten der Anbieter. Anthropic, OpenAI und GitHub haben den festen Monatstarif hinter sich gelassen und stellen nach Verbrauch in Rechnung, gemessen an bearbeiteten Datenmengen und Zugriffen. Solange ein Tool nur in einer Abteilung läuft, bleibt das kalkulierbar. Sobald es das ganze Haus durchdringt, verliert knapp ein Drittel der Manager den Überblick über die tatsächliche Belastung, und ein ähnlich großer Teil gesteht, die wirtschaftliche Logik hinter diesen Tarifen kaum zu durchschauen. Damit schließt sich der Kreis: Wer die Ausgaben nicht vorherzusehen lernt, wird weiter Projekte stoppen, statt sie zu ernten.

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