Das Münchner Drohnen- und Softwareunternehmen Helsing hat in einer Series-E-Runde 1,8 Milliarden Dollar eingesammelt. Mit CCP Investments, JP Morgan Chase und Goldman Sachs Alternatives steigen gleich mehrere internationale Schwergewichte ein, die Bewertung klettert auf 18 Milliarden Dollar.
Das 2021 gegründete Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitenden zählt sich mittlerweile nicht mehr zu den klassischen Start-ups, sondern zu den sogenannten Neo Primes, jenen softwarezentrierten Firmen, die etablierten Rüstungskonzernen zunehmend Konkurrenz machen. Im Zentrum von Helsings Geschäftsmodell steht nicht die Hardware, sondern die KI-gestützte Software, die unbemannte Flugzeuge steuert. Zu den Kunden zählen die ukrainischen Streitkräfte, die Kamikazedrohnen von Helsing beziehen. Seit 2025 produziert das Unternehmen zudem Unterwasser-Aufklärungsdrohnen, mit dem übernommenen Flugzeugbauer Grob Aircraft entsteht darüber hinaus ein unbemannter Kampfjet. Die frischen Mittel aus der aktuellen Runde sollen vor allem in den Ausbau neuer KI-Plattformen investiert werden. Die Mehrheit am Unternehmen verbleibt trotz der internationalen Investorenbasis in europäischer Hand.
An den Börsen ist der zeitweise Boom von Rüstungsaktien in diesem Jahr abgeflaut. Der Kurs von Rheinmetall hat sich seit Januar halbiert, notiert aber weiterhin um ein Vielfaches über dem Niveau vor fünf Jahren. Auch der geplante Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS wurde zuletzt verschoben. Bei privaten Investoren ist das Interesse an Neo Primes davon offenbar unberührt: Die Finanzierungsrunde von Helsing war nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet, das Unternehmen hätte also noch mehr Kapital einwerben können. Erst wenige Wochen zuvor hatte mit Quantum Systems ein weiteres bayerisches Start-up eine Milliarden-Dollar-Runde abgeschlossen.




