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July 14, 2026
14.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Apollo Global Management hat überraschend das Angebot von Castlelake überboten und vorerst den Zuschlag für Easyjet erhalten. Im Übernahmekampf um den britischen Billigflieger geht es um mehr als nur den Preis.

Apollo überbietet Castlelake

Apollo Global Management hat am Freitag überraschend das bisherige Angebot der amerikanischen Private Equity Gesellschaft Castlelake für Easyjet überboten. Mit 7,15 Pfund je Aktie entsprechend 5,7 Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 6,6 Milliarden Euro, gegenüber 6,90 Pfund von Castlelake. Die Easyjet Aktie stieg an der Londoner Börse daraufhin um fast 15 Prozent. Der Verwaltungsrat sei nicht mehr geneigt, den Vorschlag von Castlelake zu empfehlen, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens, das Barangebot von Apollo biete den Aktionären ein besseres Ergebnis durch den höheren Barwert. Zwischen den beiden Investoren geht es im Wettbewerb um die 1995 gegründete Fluggesellschaft jedoch nicht nur um den Preis, sondern auch um den strategischen Kurs des Unternehmens.

Kerosinpreise und Irankrieg belasten die Bilanz

Easyjet hatte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von 552 Millionen Pfund vor Steuern erwirtschaftet, belastet von den infolge des Irankriegs stark gestiegenen Kerosinpreisen und sinkender Passagiernachfrage. Der Aktienkurs war in den fünf Jahren zuvor bereits um mehr als die Hälfte gesunken, das Angebot von Apollo entspricht einer Prämie von etwa 80 Prozent gegenüber dem Kurs vor Beginn des Übernahmekampfs. Apollo signalisierte, an der bisherigen Wachstumsstrategie festhalten zu wollen, die vorsieht, sich von Ryanair abzusetzen und stärker in den Markt von British Airways und anderen Flag Carriern vorzudringen. Alex Irving, Luftfahrtanalyst bei Bernstein, ordnet ein, das Angebot von Apollo würde eine drastische Kostenrestrukturierung und eine Gewinnwende erfordern, die weit über die aktuellen Prognosen hinausgehen, damit die Transaktion zu diesem Preis Sinn ergibt.

Europäische Passregeln als Hürde

Beide US-Investoren müssen für eine erfolgreiche Übernahme eine entscheidende Hürde überwinden, denn die europäischen Regeln für den Verkauf von Fluggesellschaften gelten in Großbritannien trotz des Brexits weiter, wonach die Mehrheit einer europäischen Airline von einem europäischen Staatsbürger gehalten werden muss. Castlelake will diese Bedingung mit zwei Managern mit irischem Pass erfüllen. Apollo hat angekündigt, die Bedingungen im Übernahmefall ebenfalls zu erfüllen. Größter Anteilseigner bei Easyjet ist mit gut 15 Prozent die Familie des Gründers Stelios Haji-Ioannou, dem Apollo bereits angeboten hat, seinen Anteil in die künftig privat geführte Gesellschaft zu überführen und die bestehenden Lizenzgebühren für die Marke Easyjet beizubehalten. Castlelake hat nach britischen Übernahmeregeln noch bis zum 3. August Zeit für ein formales Angebot, Apollo muss seines bis zum 7. August vorlegen.

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