Mit dem Einstieg beim US-Unternehmen Reality Defender holt sich KPMG die Fähigkeit ins Haus, gefälschte Stimmen und Videos in Echtzeit zu entlarven.
Die US-Gesellschaft KPMG LLP hat sich mit einer Minderheitsbeteiligung an Reality Defender eingekauft, einer Plattform zur Erkennung von Deepfakes. Zu den finanziellen Konditionen wurde nichts bekannt. Ziel des Schritts ist es, die Erkennung manipulierter Medien fest in die eigene Praxis für Cybersicherheit und Betrugsprävention einzubinden, und zwar in einer Zeit, in der täuschend echte Fälschungen rasant zunehmen.
Reality Defender setzt auf eine multimodale Erkennung, die sich in Kommunikationsplattformen, Geschäftsanwendungen und betriebliche Abläufe integrieren lässt. Das System prüft die Echtheit von Stimme und Video in Echtzeit und versetzt Organisationen so in die Lage, auf mutmaßliche Identitätstäuschungen und Betrugsversuche unmittelbar zu reagieren. Nach Darstellung von KPMG hilft die Technik dabei, KI-gestützte Nachahmung, Betrug und synthetische Medien abzuwehren.
Für Reality-Defender-Mitgründer und CEO Ben Colman verändert KI grundlegend, wie Organisationen arbeiten und wie Angreifer Vertrauen ausnutzen. Jahrelang habe eine vertraute Stimme oder ein bekanntes Gesicht als Identitätsnachweis genügt, doch überzeugende Fälschungen stellten diese Selbstverständlichkeit infrage. Ähnlich argumentiert KPMG-Manager Matthew P. Miller, wonach das, was man sehe und höre, längst kein ausreichender Beleg mehr sei und Unternehmen eine Schutzschicht bräuchten, die synthetische Medien abfange. Die Beteiligung fügt sich in die breitere Strategie von KPMG, Mandanten den sicheren Einsatz von KI zu ermöglichen. Erst zu Jahresbeginn hatte sich das Haus am KI-gestützten Steueranreiz-Anbieter Incentify beteiligt.




