Aktionär Christian Strenger klagt gegen die Entlastung des Porsche-SE-Aufsichtsrats und wirft diesem vor, Ex-Vorstand Lutz Meschke bei der Vergütung unangemessen begünstigt zu haben. Bis 2030 könnte Meschke die Holding noch mit rund 21 Millionen Euro belasten.
Der Corporate-Governance-Experte und langjährige Porsche-SE-Aktionär Christian Strenger hat vor dem Landgericht Stuttgart Klage gegen die Beteiligungsgesellschaft eingereicht. Er ficht die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 an und wirft dem Gremium vor, dem früheren Vorstand Lutz Meschke zu viel gezahlt zu haben. Die Klage richtet sich nicht gegen Meschke persönlich, sondern gegen die Verantwortung des Aufsichtsrats, der sich mit der Kanzlei Hengeler Mueller verteidigt.
Meschkes bis 2030 laufender Vertrag wurde 2024 verlängert, obwohl er seit Ende 2025 weder bei Porsche AG noch bei Porsche SE ein Amt innehat. Noch vor seinem Abschied stieg sein Jahresgehalt von 600.000 auf 850.000 Euro, der Zielbonus von 500.000 auf 750.000 Euro. Für 2026 bis 2030 gilt zudem eine Zielerreichung von 145 Prozent. „Lutz Meschke erbringt für die Porsche SE außer Stillschweigen nichts mehr – trotzdem wird er bis 2030 fürstlich weiterbezahlt", sagte Strenger.
Mit Rückstellungen von rund 10 Millionen Euro und der Abfindung von 11,6 Millionen Euro summiert sich der Aufwand für Porsche SE auf etwa 21 Millionen Euro. Damit die Klage Erfolg hat, muss Strenger einen derart schweren Pflichtverstoß belegen, dass die Entlastung des Aufsichtsrats rechtlich unzulässig war.




