Fast tausend Lücken in einem Monat sind weniger eine technische Meldung als ein Vorbote dafür, dass KI das Kräfteverhältnis in der IT-Sicherheit verschiebt.
Dass Microsoft in diesem September mit 973 behobenen Schwachstellen den größten Patch-Schwung seiner Geschichte ausliefert, ist bereits bemerkenswert. Interessanter ist die Begründung, denn der Hersteller führt die Rekordmenge ausdrücklich darauf zurück, dass künstliche Intelligenz beim Aufspüren von Fehlern nachhilft. Damit kippt eine stille Grundannahme der IT-Sicherheit. Wenn Maschinen Lücken schneller finden, als Menschen sie schließen können, wird nicht das Entdecken zum Engpass, sondern das Bewältigen. Genau darauf verweisen Fachleute, die schon heute sehen, wie schwer sich viele Organisationen tun, überhaupt zu priorisieren, welche Korrektur zuerst eingespielt gehört.
Am dringendsten sind zwei Schwachstellen, die Angreifer bereits vor dem Update ausnutzten und über die sich höhere Rechte erschleichen lassen. Sie tragen die Kennungen CVE-2026-81963 und CVE-2026-85880 und treffen unter anderem aktuelle Windows-11- und Server-2025-Umgebungen. Daneben stufte Microsoft 113 Fehler in die höchste Gefahrenklasse ein, bei der ein System im Extremfall komplett fremdgesteuert werden kann, mehrere davon aus der Ferne und ganz ohne Anmeldung.
Es handelt sich nicht um ein reines Microsoft-Problem. Von Adobe über Cisco und Google bis zu Mozilla und Oracle melden derzeit reihenweise Anbieter dickere Update-Pakete und nennen dieselbe Ursache, nämlich KI-gestützte Fehlersuche. Google will künftig sogar zweiwöchentlich aktualisieren. Für die Verantwortlichen kündigt sich damit ein Dauerzustand an, in dem das geordnete Einspielen von Patches zum Takt des Alltags wird.




