Die Beratung Roland Berger rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer weiteren Verschärfung der deutschen Autokrise. Bis Ende des Jahrzehnts könnte die Zahl der Beschäftigten in der Branche auf nur noch 490.000 sinken.
Nach einer Analyse von Roland Berger könnte die Beschäftigtenzahl in der deutschen Autoindustrie um rund 200.000 auf nur noch 490.000 fallen. Ende vergangenen Jahres waren es noch 692.000 Beschäftigte. Berger-Berater Felix Mogge hält sogar eine schlechtere Entwicklung für möglich: Aus seiner Sicht ist die Transformation der Branche zu einem Kostenproblem geworden, und wer jetzt nicht gegensteuert, verliert weiter an Boden.
Die Krise der deutschen Autoindustrie zeigt sich bereits an mehreren Fronten: Volkswagen plant, die Belegschaft bis zum Jahr 2030 um weitere rund 60.000 Mitarbeiter zu verkleinern. Auch bei Mercedes und den Zulieferern ZF Friedrichshafen sowie Bosch drohen in Deutschland jeweils mehr als 10.000 Arbeitsplätze wegzufallen.
Die Berater rechnen außerdem damit, dass in Deutschland spätestens bis 2035 über fünf Autowerke schließen müssen. Grund dafür sind die Standortkosten: In günstigeren Ländern lässt sich ein Fahrzeug im Schnitt rund 2.000 Euro billiger produzieren, ein Nachteil, den Deutschland laut Mogge auf Dauer nicht ausgleichen kann.




