Fortschritt für Frauen in Führung bleibt aus

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September 15, 2026
21.09.2026
1 Minute Lesezeit

Sechzig Jahre nach der ersten Erhebung zeigt sich: Die Vorurteile gegenüber Frauen in Führungspositionen sind heute größer als je zuvor. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Harvard Business Review.

Der wachsende Judgement-Gap

Für die aktuelle Erhebung befragten die Studienautoren Dwayne Whitten, Wendy Boswell und Susan Oldroyd 193 leitende Angestellte in den USA. Vor 20 Jahren hielten Männer und Frauen die Annahme, weibliche Führungskräfte würden strenger bewertet als männliche, noch etwa gleich häufig für zutreffend, je ein Drittel stimmte zu. Heute liegt die Zustimmung unter Männern weiterhin bei rund einem Drittel, unter Frauen dagegen bei fast 90 Prozent.

Der Prove-it-again-Bias

Ähnlich deutlich fällt ein zweiter Befund aus: 83 Prozent der Frauen in Führungspositionen sind überzeugt, mehr leisten zu müssen als ihre Kollegen, unter Männern denken das nur 28 Prozent. Die Studienautoren nennen das Muster "Prove-it-again-bias". Der Maßstab unterscheide sich fundamental: Bei Männern zähle das Zukunftspotenzial, bei Frauen nur das bereits Geleistete. Paradoxerweise zeigt sich die Verzerrung besonders stark in Unternehmen, die sich selbst als leistungsorientiert verstehen: Dort werden Männer bei vergleichbarer Leistung häufiger bevorzugt als Frauen. Der Grund: Wer überzeugt ist, das eigene System sei fair, hinterfragt die eigenen Urteile seltener.

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