HP Solutions Day: Der KI-Arbeitsplatz und seine dunkle Kehrseite

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September 21, 2026
21.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Zwischen Zukunftsvision und Krisenrealität pendelte der HP Solutions Day 2026 in Schlieren, wo dieselbe Technologie, die den Arbeitsplatz produktiver machen soll, zugleich die Werkzeuge der Angreifer schärft.

Der Mensch bleibt der Maßstab

Als Peter Zanoni, Chef von HP Schweiz, den Tag vor rund 240 Gästen eröffnete, benannte er die drei wiederkehrenden Anliegen seiner Kunden: produktiver werden, sicherer arbeiten, Komplexität abbauen. Produktivität versteht er dabei nicht als Ruf nach mehr Leistung, sondern als das Freischaufeln von Zeit für das Wesentliche. Luis Casado, im Haus fürs Go-to-Market-Marketing zuständig, untermauerte das mit dem konzerneigenen Work Relationship Index, dem zufolge sich in der Schweiz nur etwa jeder Vierte gut ausgestattet fühlt. Intensive KI-Nutzer zeigten sich zwar engagierter, doch ob die Technik das Engagement wecke oder ohnehin motivierte Beschäftigte häufiger zu ihr griffen, ließ Casado offen. Neue Hardware ersetze weder klare Ziele noch echte Wertschätzung.

Angriffe von der Stange

Wie dieselbe Technologie Risiken potenziert, führte der Sicherheitsblock vor Augen. HP-Forscher Patrick Schläpfer räumte mit dem Klischee des einsamen Hackers auf und zeichnete eine arbeitsteilige Schattenindustrie, in der Schadsoftware, Phishing und gestohlene Zugangsdaten als getrennte Dienstleistungen gehandelt werden. Ein einziger Prompt genüge, um aus zusammengesuchten Daten eine maßgeschneiderte Betrugsmail samt gefälschter Website zu bauen, ganz ohne Programmierwissen. Nicht die Raffinesse, das Tempo sei das Problem.

Ernstfall als Alltag

Welche Wucht ein Angriff im Betrieb entfaltet, schilderte Bettina Zimmermann von GU Sicherheit & Partner, deren Team bereits den 58. Kriseneinsatz des Jahres hinter sich hatte, gut die Hälfte digitaler Natur. Binnen Stunden entscheide sich, welche Systeme und Backups noch tragen und wie man Belegschaft, Kunden und Behörden informiert. Vom vorschnellen Zahlen riet sie ab: Verhandlungen dienten zunächst dazu, Zeit und Klarheit zu gewinnen, eine Lösegeldzahlung bleibe letztes Mittel. Entscheidend sei die Vorbereitung, denn wer Krisenstäbe und externe Partner erst im Ernstfall suche, habe schon verloren.

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