OpenAI peilt 1,2 Billionen Dollar an, Börsengang erst 2027

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September 17, 2026
18.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Statt des zunächst erwarteten IPO verhandelt der ChatGPT-Entwickler laut Insidern über eine neue Finanzierungsrunde, die das Unternehmen wieder vor Rivale Anthropic bringen würde.

Der Weg an die Börse wird vertagt

Lange schien die Richtung klar: Als konsequenter nächster Zug galt ein Sprung aufs Parkett, bei dem OpenAI die Schwelle von einer Billion Dollar durchbrechen wollte. Dieser Fahrplan ist vorerst Makulatur. Firmenlenker Sam Altman erteilte einer Notierung noch im Jahr 2026 eine Absage und begründete das gegenüber Fortune mit ungelösten Fragen rund um die Sicherheit seiner Systeme. Realistisch rückt ein solcher Schritt damit frühestens ins Jahr 2027. Um die Wartezeit zu überbrücken, zeichnet sich ein anderer Weg der Geldbeschaffung ab: Nach Informationen der Financial Times sondiert das Unternehmen bereits mit möglichen Kapitalgebern, und bemerkenswerterweise sollen diese den Kontakt gesucht haben, nicht umgekehrt.

Eine Zahl mit vielen Unbekannten

Sollte die Runde so ausfallen wie kolportiert, würde der ChatGPT-Macher mit etwa 1,2 Billionen Dollar taxiert. Belastbar ist diese Marke jedoch nicht. Die Beteiligten befinden sich erst am Anfang der Verhandlungen, nicht einmal die Frage, welcher Investor das Konsortium anführt, ist beantwortet. Wie hoch die Bewertung letztlich ausfällt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wann der Gang an die Börse tatsächlich erfolgt. Ein Blick zurück verdeutlicht das Tempo der Entwicklung: Erst im Frühjahr, Ende März 2026, hatte sich OpenAI 122 Milliarden Dollar gesichert, mit Amazon, Nvidia und Softbank an Bord, und kam damals auf eine Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Widersprüche um den Geldbedarf

Wie dringend das Kapital wirklich gebraucht wird, schildern die Beteiligten unterschiedlich. Ein Informant der FT zeichnet das Bild eines Unternehmens, das auf Nachschub angewiesen ist, weil die Entwicklung der jüngsten Modelle ChatGPT 5.6 und Astra Milliardensummen gebunden habe. OpenAI selbst hält laut Handelsblatt dagegen und betont, über reichlich freie Mittel zu verfügen. Unstrittig ist immerhin die Ertragsdynamik: Im August 2026 schnellte der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz um ein Fünftel auf 40 Milliarden Dollar nach oben. Damit bleibt OpenAI beim Umsatz hinter Anthropic zurück, das auf 65 Milliarden Dollar kommt. Beim Unternehmenswert kehrt sich das Kräfteverhältnis freilich um: Anthropic wurde zuletzt mit 965 Milliarden Dollar bewertet und könnte diese Zahl bei seinem für Oktober 2026 geplanten Börsengang auf mehr als zwei Billionen Dollar hieven.

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