VW-Chef Oliver Blume stimmt die Belegschaft vor den Verhandlungen zum Konzernumbau auf harte Einschnitte ein. Bis zu 50.000 Stellen und vier Werke stehen zur Debatte. Blume spricht vom größten Transformationsplan der Unternehmensgeschichte.
VW-Chef Oliver Blume schwört die Belegschaft vor den anstehenden Verhandlungen zum Konzernumbau auf tiefgreifende Einschnitte ein. „Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen“, sagte er. „Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt.“ Blume hatte im Frühjahr angekündigt, am „Zielbild 2030“ zu arbeiten und den Sparkurs deutlich zu verschärfen. Seitdem wird im Konzern um vier Werke und bis zu 50.000 weitere Stellen gebangt. Nach den Werksferien laufen nun die Verhandlungen an. Die Arbeitnehmerseite hatte zuvor Details zu den Sparplänen verlangt, eine Reihe außerordentlicher Betriebsversammlungen findet derzeit statt. „Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt“, so Blume weiter.
Die Ursachen für den enormen Spardruck sieht Blume in einem fundamentalen Marktwandel: „Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle.“ Bereits zuvor hatte er im VW-Intranet erklärt, die Lage sei „mehr als kritisch“, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche aber bei Weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichend Mittel für neue Technologien, Produkte und die Standorte zu erwirtschaften. Der Konzern sei überdimensioniert, zu langsam und zu kompliziert, so Blume.




