Aktienmärkte haben Private Equity in den vergangenen Jahren deutlich hinter sich gelassen. Schroders-Capital-Investmentchef Nils Rode erklärt im Interview, warum das vor allem an der Konzentration auf wenige Tech-Giganten liegt und wo er jetzt Chancen sieht.
Aktienmärkte liefern seit Jahren deutlich höhere Erträge als Private Equity, Schroders-Capital-CIO Nils Rode spricht von einer starken Entkopplung. Während Aktienmärkte von Rekord zu Rekord klettern, hat Private Equity nach der Spitze im Jahr 2021 deutlich an Schwung verloren, sowohl bei Renditen als auch bei Mittelzuflüssen. Rode sieht die Ursache in einer ähnlichen Konzentration wie an den Aktienmärkten, dort auf wenige Billionen schwere Hyperscaler. Im Private-Equity-Bereich fehlt vielen kleineren Firmen ohne KI-Bezug dagegen die Euphorie. Die Exit-Aktivität ist stark zurückgegangen, das bedeutet weniger Mittelrückflüsse an Investoren, was wiederum den Spielraum für neue Investments schmälert.
Rode widerspricht der These, dass Fortführungsvehikel wie Continuation Funds vor allem eine Reaktion auf die Exit-Schwäche seien. Das Wachstum solcher Vehikel sei nach Analysen von Schroders Capital nur zu rund neun Prozent durch die zyklische Exit-Schwäche getrieben, sie wuchsen bereits vorher mit rund 30 Prozent pro Jahr. Immer öfter behalten auch kleinere Fonds ihre besten Unternehmen als Continuation Investment, statt sie zu verkaufen - ein struktureller Wandel im Markt. Die besten Chancen sieht Rode aktuell bei kleinen und mittleren Buyouts, dort sei das Marktumfeld gesund und weit von Übertreibungen entfernt, mit vielen attraktiven Firmen zu günstigen Preisen.




