CBRE meldet: Büroauslastung auf Höchststand seit Pandemie

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March 10, 2026
13.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Die Studie "Adaptive Spaces" dokumentiert einen bemerkenswerten Anstieg der durchschnittlichen Nutzung auf 53 Prozent weltweit. Parallel dazu erreicht die Occupancy Rate 111 Prozent, während 57 Prozent der Corporate-Real-Estate-Teams in den kommenden Jahren eine Flächenreduktion erwarten.

Deutlicher Anstieg der Büronutzung weltweit

Der globale Immobiliendienstleister CBRE hat in seiner aktuellen Studie "Adaptive Spaces – 2026 Global Workplace & Occupancy Insights" einen signifikanten Wandel in der Büronutzung dokumentiert. Die durchschnittliche Auslastung weltweit ist auf 53 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit März 2020 und ein deutlicher Sprung gegenüber den 38 Prozent des Jahres 2024. Damit nähert sich die tatsächliche Nutzung zunehmend den Zielwerten vieler Unternehmen an, die mehrheitlich eine Auslastung von über 65 Prozent anstreben. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei der Spitzenauslastung aus, die mittlerweile durchschnittlich bei 80 Prozent liegt. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass es Unternehmen zunehmend gelingt, ihre Mitarbeitenden gezielt für kollaborative Formate und Teamarbeit ins Büro zu holen. Ein weiterer Indikator für den fundamentalen Strukturwandel: Die globale Occupancy Rate hat die Marke von 111 Prozent erreicht. Dies bedeutet, dass mehr Mitarbeitende einem Standort zugeordnet sind, als physische Arbeitsplätze vorhanden sind.

Desk Sharing entwickelt sich zum neuen Standard

Das veränderte Flächenmanagement vieler Unternehmen zeigt sich besonders deutlich beim Thema Desk Sharing. Rund 69 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass mehr als 40 Prozent ihrer Belegschaft Arbeitsplätze miteinander teilen. Die Mehrheit der Organisationen setzt dabei auf ein moderates Verhältnis zwischen 1,01 und 1,49 Personen pro Arbeitsplatz. Parallel dazu haben die Unternehmen ihre Arbeitsrichtlinien konkretisiert: 96 Prozent der Organisationen verfügen mittlerweile über eine klar definierte Office-Policy. Der mit 66 Prozent häufigste Standard lautet dabei "mindestens drei Tage pro Woche im Büro". Ein deutliches Spannungsfeld bleibt jedoch bestehen: 70 Prozent der Unternehmen konstatieren, dass Mitarbeitende tatsächlich seltener im Büro erscheinen, als es von den Führungskräften erwartet oder vorgegeben wird. Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland, weist auf die Herausforderungen dieser Entwicklung hin.

Mehrheit der Unternehmen plant Portfoliokonsolidierung

Trotz der steigenden Auslastung zeichnet sich bei den Immobilienportfolios eine gegenläufige Entwicklung ab. 57 Prozent der Corporate-Real-Estate-Teams rechnen in den kommenden drei Jahren mit einer Reduktion ihrer Büroflächen. Als Hauptgrund nennen 67 Prozent die geringere Flächennachfrage infolge der sich etablierenden hybriden Arbeitsmodelle. Stephan Leimbach, Head of Occupier Accounts & Consulting Germany bei CBRE, sieht in dieser Entwicklung einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Die Unternehmen würden ihre Büroflächen zunehmend nicht mehr nach den traditionellen Kennzahlen Quadratmeter und Kopfzahlen optimieren, sondern nach der tatsächlichen Nutzung und dem konkreten Bedarf. Diese neue Herangehensweise mache datenbasierte Steuerung und flexible Konzepte zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Es gehe um die richtige Balance zwischen einem attraktiven und produktiven Arbeitsumfeld einerseits und der Vermeidung unnötiger Kosten andererseits.

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