KPMG reduziert die Zahl seiner US-Prüfungspartner deutlich und will damit Produktivität, Struktur und Wettbewerbsfähigkeit der Audit-Sparte verbessern.
KPMG streicht rund 10 % seiner Prüfungspartner in den USA. Die Maßnahme betrifft voraussichtlich mehrere Dutzend Personen und wurde intern im Rahmen einer Sitzung kommuniziert. Hintergrund ist die Einschätzung, dass die Größe der Prüfungspartnerschaft nicht mehr zur aktuellen Geschäftsentwicklung passt. Unter dem seit neun Monaten amtierenden US-CEO Tim Walsh soll die Organisation effizienter aufgestellt werden.
Die US-Prüfungssparte von KPMG gilt im Vergleich zu Deloitte, EY und PwC als relativ groß. Laut aktuellem Transparenzbericht zählt der Bereich Audit und Assurance rund 1.400 Partner und Managing Directors, ohne die Partnerzahl separat auszuweisen. KPMG sieht den Schritt als Teil einer mehrjährigen Strategie, mit der Größe, Struktur und Kompetenzen des Teams stärker an die Leistungsfähigkeit der Audit-Plattform angepasst werden sollen.
Der Abbau folgt auf mehrere Versuche, die Partnerzahl über freiwillige Ruhestandsprogramme zu senken. Diese Initiativen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück und reichten nicht aus, um die angestrebte Neuausrichtung zu erreichen. Deshalb setzt KPMG nun auf einen direkteren Ansatz. Betroffene Partner sollen finanzielle Pakete und Unterstützung beim beruflichen Übergang erhalten.
Trotz der Kürzungen betont KPMG, dass die Prüfungspartnerschaft weiterhin robust aufgestellt sei. Die Gesellschaft bleibt zwar die kleinste der Big-Four-Gesellschaften, konnte ihre Position im US-Prüfungsmarkt zuletzt aber leicht ausbauen. Nach Daten von Audit Analytics prüfte KPMG im Jahr 2025 rund 9,8 % der in den USA börsennotierten Unternehmen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 9,2 %.




