Am 1. Mai sinken die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um 16,7 Cent pro Liter. Doch ob und wann der Rabatt vollständig an der Zapfsäule ankommt, ist offen.
Die Bundesregierung senkt die Energiesteuer auf Diesel und Benzin ab dem 1. Mai um 14,04 Cent pro Liter. Da auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Gesamtentlastung von 16,7 Cent pro Liter, gerundet also die häufig genannten 17 Cent. Die Maßnahme gilt bis Ende Juni und kostet den Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Tankrabatt 2022, der drei Monate lief und bei Benzin eine Steuerreduzierung von 35,2 Cent je Liter umfasste, fällt der aktuelle Rabatt damit deutlich moderater aus.
Technisch wird die Energiesteuer nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern beim Verlassen der Raffinerie oder des Großtanklagers fällig. Tankstellen werden den Rabatt deshalb nicht zwingend ab Mitternacht vollständig weitergeben. ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer erwartet einen sukzessiven Preisrückgang statt eines sofortigen Sprungs. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) betont, die Steuersenkung werde vollständig weitergegeben, räumt aber mögliche Verzögerungen ein. Hinzu kommen schwankende Weltmarktpreise, die das Bild zusätzlich verzerren können. Da Tankstellen zudem mit kleinen Lagerbeständen in den Mai gehen dürften, warnt der Tankstellenverband bft vor möglichen regionalen Engpässen am Feiertag und dem darauffolgenden Wochenende.
Ein durchschnittlicher Dieselfahrer, der jährlich rund 17.000 Kilometer zurücklegt, spart bei vollständiger Weitergabe des Rabatts in den zwei Monaten rechnerisch etwa 33 Euro. Bei Benzinern, die im Schnitt 9.500 Kilometer pro Jahr fahren, sind es rund 21 Euro. Trotz des Rabatts bleibt Diesel laut ADAC-Daten im Tagesdurchschnitt voraussichtlich über der Zwei-Euro-Marke, da das aktuelle Preisniveau selbst mit 16,7 Cent Entlastung nicht an das Vorkrisenniveau von Anfang 2022 heranreicht.




