Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat berechnet, wo das Einkommen in Deutschland am meisten wert sind. Das Ergebnis überrascht: Nicht München oder Hamburg, sondern Heilbronn führt das Ranking mit 39.424 Euro realem Einkommen pro Kopf an.
Das IW Köln hat verfügbare Einkommen mit regionalen Preisdaten verknüpft und so ein reales Kaufkraftranking für rund 400 Kreise und kreisfreie Städte erstellt. Heilbronn belegt mit 39.424 Euro realem Einkommen pro Kopf den ersten Platz, knapp vor dem bisherigen Spitzenreiter Starnberg mit 39.224 Euro. Entscheidend ist dabei nicht das nominale Einkommen allein, sondern das Verhältnis zu den lokalen Lebenshaltungskosten. Der wesentliche Preistreiber sind die Mieten: In Regionen mit niedrigen Mieten kann ein mittleres Gehalt mehr Kaufkraft bedeuten als ein hohes Gehalt in einer teuren Großstadt. Heilbronn profitiert zudem von einem Sondereffekt: Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben machen dort einen ungewöhnlich hohen Anteil am Durchschnittseinkommen aus, wovon allerdings nur wenige Haushalte direkt profitieren.
Die Ergebnisse illustrieren, wie stark Großstädte durch hohe Lebenshaltungskosten abgestraft werden. München liegt beim nominalen Durchschnittseinkommen mit 38.190 Euro auf Rang 6, rutscht real jedoch auf Platz 68 ab. Das Preisniveau liegt dort fast 24 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Frankfurt fällt nominal von Rang 125 auf realen Platz 358, Stuttgart von 48 auf 249, Hamburg von 116 auf 331. Auf Bundeslandebene führt Bayern mit einem realen Durchschnittseinkommen von 30.396 Euro, Berlin rangiert mit 24.656 Euro am Ende der Skala. Am unteren Ende des Städterankings dominieren strukturschwache Kommunen: Offenbach am Main mit 21.430 Euro und Gelsenkirchen mit 21.469 Euro bilden die Schlusslichter.




