Littlejohn will zwei gut laufende Beteiligungen über ein Continuation Vehicle länger halten und dafür rund 500 Millionen Dollar einsammeln. Dass Carlyle AlpInvest zugleich Lead Investor und großer LP in einem betroffenen Vintage Fonds ist, macht Governance und Konfliktmanagement zum Kernpunkt der Transaktion.
Littlejohn, ein Private Equity und Special Situations Manager mit rund 8 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen, bereitet nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen ein Continuation Vehicle vor. Mit dem Fonds sollen Valcourt Business Services, ein Anbieter von Fensterreinigung, Hochdruckreinigung und Gebäudereparaturen, sowie Great Day Improvements aus älteren Littlejohn Fonds herausgekauft werden. Die Übertragung in das neue Vehikel soll zu einem Preis erfolgen, der oberhalb des Nettoinventarwerts liegt. Zusätzlich will Littlejohn demnach weitere 300 Millionen Dollar aufnehmen, um zusätzliche Anteile an Valcourt von bestehenden Anteilseignern zu erwerben.
Carlyle AlpInvest führt die Transaktion als Sekundärinvestor an, ist über den Primärinvestmentarm zugleich einer der größten Limited Partners im Littlejohn Fund VI aus dem Vintage Jahr 2018, der Valcourt hält. AlpInvest sitzt außerdem im Limited Partner Advisory Committee, das Interessenkonflikte in solchen Prozessen adressieren soll. Um die Interessenkonflikte abzusichern, ist der GP verpflichtet, einen externen Berater einzuschalten und einen Third Party Prozess zu organisieren, der auf den höchsten Bieter zielt. Littlejohn hat dafür Campbell Lutyens mandatiert, wie die mit PitchBook sprechenden Personen berichten. AlpInvest will sich zudem bei der LPAC Abstimmung, die zur Freigabe möglicher Konflikte erforderlich ist, enthalten.
Das Vorgehen entspricht Leitlinien der Institutional Limited Partnership Association, wonach GPs offenlegen sollen, wenn LPAC Mitglieder als aktive Bieter auftreten, und der jeweilige LP sich „gegebenenfalls enthalten“ soll. Konstellationen, in denen ein Haus zugleich LP und Sekundärkäufer ist, nehmen zu, weil immer mehr Primärinvestoren den Sekundärmarkt aktiv bespielen. Continuation Funds gewinnen dadurch weiter an Bedeutung, weil sie Private Equity Managern Zeit für Beteiligungen verschaffen, die sie nicht verkaufen können oder wollen. Laut Evercore erreichte das Volumen solcher Deals 2025 rund 106 Milliarden Dollar und übertraf damit den bisherigen Rekord von 71 Milliarden Dollar aus 2024.




