CVC richtet sein Infrastrukturgeschäft im deutschsprachigen Raum neu aus und setzt auf erfahrene Dealmaker und ein erweitertes Netzwerk. Mit Stefan Moosmann an der Spitze und Alexander Doll im Aufsichtsrat soll der Dealflow im Kernsegment kritischer Infrastruktur spürbar steigen.
Die Verantwortung für das DACH Geschäft von CVC DIF übernimmt Stefan Moosmann und folgt damit auf Marcel Beverungen, der das Team zuvor geführt hat und Ende 2025 bei CVC ausgeschieden ist. Moosmann kommt aus dem Frankfurter Private Equity Team von CVC, arbeitet seit mehr als 17 Jahren für die Gruppe und soll die Infrastruktursparte operativ enger an das CVC Netzwerk anbinden. Die Personalie ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass CVC DIF aus der 2024 abgeschlossenen Übernahme von DIF Capital Partners heraus stärker in die Gesamtplattform integriert wird.
Parallel erweitert CVC DIF die Governance Ebene: Alexander Doll wird Aufsichtsrat der Infrastruktureinheit. Der frühere Deutschlandchef von Barclays und ehemalige Finanzchef der Deutschen Bahn soll Türen zu Projekten öffnen und anschließend die Wertschaffung in Portfoliounternehmen begleiten. Die Zusammenarbeit zwischen Doll und CVC ist nicht neu, sichtbar wurde sie zuletzt im Umfeld der Schenker Transaktion, bei der CVC am Ende gegen DSV unterlag, die den Zuschlag für 14 Milliarden Euro inklusive Schulden erhielt.
Während CVC großvolumige Transaktionen typischerweise aus dem Private Equity Fonds strukturiert, liegt die Größenordnung im Infrastrukturgeschäft nach Angaben des Hauses meist zwischen 150 und 500 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen Core Plus Assets der essentiellen Infrastruktur, etwa Energie und Wärmeversorgung, Transport und Logistik sowie Wasser und Abfallwirtschaft. Hinzu kommen Value Add Vorhaben in Transformationsfeldern wie Digitalisierung, Energiewende oder nachhaltige Mobilität. Als Beispiele in der DACH Region nennt CVC DIF die Beteiligung an Balance Erneuerbare Energien sowie an Hiserv, einem Anbieter von Bodenverkehrsausrüstung für Flughäfen. Ziel ist, jährlich Eigenkapital im dreistelligen Millionenbereich in der Region zu investieren.
DIF verwaltet nach eigenen Angaben rund 20 Milliarden Euro und investiert derzeit aus einem 6,8 Milliarden Euro Fonds, der bereits weitgehend ausinvestiert ist. Nach Informationen der Börsen Zeitung läuft deshalb das Fundraising für einen Folgefonds mit einem Zielvolumen von 8 bis 9 Milliarden Euro, zu dem sich CVC auf Nachfrage nicht äußern wollte. Dass es sich um einen europäischen Fonds handelt, ist in der aktuellen geopolitischen Lage auch für Investments in kritische Infrastruktur ein relevanter Rahmenfaktor.




