Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Eine neue Destatis-Schätzung zeigt, wie viele Jobs davon betroffen sind, wer besonders profitiert und wie groß das mögliche Lohnplus ausfällt.
Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2025 lag damals knapp jedes achte Beschäftigungsverhältnis (rund 12 %) rechnerisch unter dem neuen Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde. Werden diese Jobs seit dem 1. Januar 2026 entsprechend vergütet, steigt die geschätzte Verdienstsumme der Betroffenen um bis zu 6 % beziehungsweise bis zu 275 Millionen Euro. Die Werte sind als Obergrenzen zu verstehen: Unterstellt wird, dass zuvor mindestens 12,82 Euro gezahlt wurden; Lohnerhöhungen nach April 2025 sind nicht berücksichtigt.
Von der Anhebung profitieren Frauen überdurchschnittlich häufig, weil sie häufiger in niedrig entlohnten Jobs arbeiten: In rund 14 % der von Frauen ausgeübten Jobs erhöhte sich der Stundenverdienst, bei Männern waren es rund 11 %. Besonders stark betroffen ist das Gastgewerbe (47 % aller Jobs), gefolgt von Land- und Forstwirtschaft/Fischerei (37 %) sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung (33 %). Regional fällt der Anteil in Ostdeutschland mit rund 14 % höher aus als in Westdeutschland (rund 12 %); Sachsen liegt mit knapp 15 % vorn, Bayern mit 10 % am niedrigsten.
Zum 1. Januar 2027 ist eine zweite Erhöhungsstufe auf 14,60 Euro geplant. Auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2025 könnten davon maximal rund 7 Millionen Jobs betroffen sein - etwa 18 % aller Beschäftigungsverhältnisse. Bei einer Vergütung mit 14,60 Euro ergäbe sich im Vergleich zur ersten Stufe eine weitere Steigerung der geschätzten Verdienstsumme um rund 4 % oder rund 315 Millionen Euro. Auch diese Schätzung ist überschätzt und als Obergrenze zu lesen, da Lohnsteigerungen nach April 2025 nicht einfließen.




