Leslie's tauscht EY gegen Grant Thornton

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February 3, 2026
03.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der US-Poolzubehörhändler wechselt seinen Wirtschaftsprüfer, nachdem der bisherige Prüfer wiederholt wesentliche Schwächen in den internen Kontrollen festgestellt hatte.

Wechsel nach kritischen Befunden

Manchmal trennen sich Wege leiser als erwartet. Der Prüfungsausschuss von Leslie's hat Anfang der Woche beschlossen, Ernst & Young als Abschlussprüfer abzulösen. Die Entscheidung folgt auf ein formelles Ausschreibungsverfahren, aus dem Grant Thornton LLP als neuer Partner hervorging. Das Mandat für das am 3. Oktober 2026 endende Geschäftsjahr geht damit an eine Gesellschaft, die im Markt für mittelständische Prüfungen stark positioniert ist.

Saubere Testate, problematische Kontrollen

Auf den ersten Blick lief die Zusammenarbeit mit EY reibungslos. Die Jahresabschlüsse für 2024 und 2025 erhielten uneingeschränkte Testate ohne Beanstandungen. Meinungsverschiedenheiten über Rechnungslegungsfragen oder Prüfungsverfahren gab es nach Unternehmensangaben nicht. Die Schwierigkeiten lagen anderswo. Bei der Beurteilung der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung verweigerte EY in beiden Jahren das positive Urteil. Der Prüfer identifizierte wesentliche Schwächen bei der Lagerbestandsführung, der Erfassung von Wertminderungen und der Abwicklung von Lieferantenrabatten.

Transparenz gegenüber dem Nachfolger

Leslie's bemüht sich um einen geordneten Übergang. Das Unternehmen erklärte, sämtliche festgestellten Mängel seien mit EY besprochen worden. Der bisherige Prüfer habe die Freigabe erhalten, Anfragen von Grant Thornton zu diesen Sachverhalten vollständig zu beantworten. Vorabkonsultationen mit dem neuen Prüfer über Rechnungslegungsfragen oder mögliche Prüfungsvermerke habe es nicht gegeben.

Sanierung im Hintergrund

Der Prüferwechsel fällt in eine Phase erheblicher Turbulenzen. Leslie's kämpft mit sinkenden Umsätzen und hat ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das die Schließung von bis zu 90 Standorten vorsieht. S&P Global Ratings senkte die Bonitätsnote auf CCC und verwies auf hohe Umsetzungsrisiken. Analysten beurteilen die Perspektiven des Unternehmens uneinheitlich, während das Management versucht, das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückzugewinnen.