Aquila Capital unter Druck: Commerzbank friert Rücknahmen bei zwei Fonds ein

blog main image
February 2, 2026
02.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Bei zwei Aquila Capital Fonds mit zusammen 1,2 Milliarden Euro Volumen sind größere Rückgabeanträge eingegangen. Die Commerzbank setzt die Rücknahme für drei Jahre aus und steuert einen geordneten Prozess, während Abschreibungen bereits das Ergebnis belastet haben.

Rückgaben institutioneller Investoren erzwingen Stopp

Konkret geht es um zwei Fonds des Hamburger Sachwerte Investors Aquila Capital im Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro, die damit grob ein Fünftel der Aquila Assets repräsentieren. Nach Medienberichten gerieten die Vehikel 2025 unter Druck, weil mehrere große Investoren ihre Allokationen neu ausrichteten und Liquidität abzogen. Die Commerzbank bestätigt Rückgabeanträge „in materiellem Umfang“ und erklärt: „Als Konsequenz daraus wurde die Rücknahme der Anteile für alle Investoren über drei Jahre ausgesetzt. Mit den Investoren wurde für diesen Zeitraum eine rechtlich verbindliche Vereinbarung getroffen, die einen geordneten und für die Investoren wertmaximierenden Prozess ermöglicht." Aquila ist frühphasig in der Entwicklung nachhaltiger Photovoltaik und Windprojekte aktiv, insbesondere in Südeuropa lief das Geschäft nach Darstellung des Umfelds nicht wie geplant.

Abschreibung und Konsequenzen für die Bank

Der Fall hat bereits bilanzielle Folgen: Für 74,9 Prozent der Aquila Anteile hatte die Commerzbank einst 200 Millionen Euro gezahlt. In der Stellungnahme heißt es: „Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen haben wir als Commerzbank bereits im ersten Halbjahr 2025 eine Teil Abschreibung auf den aktivierten Kundenstamm der ACI vorgenommen, die das Ergebnis der kommenden Jahre entlasten wird“, im Text wird die Größenordnung mit 65 Millionen Euro beziffert. Zusätzlicher Druck entsteht laut Medienbericht dadurch, dass betroffene Projekte den Fonds teils nicht gehören und damit nicht als Sicherheiten verwertet werden könnten. Die Bank hält dennoch an ihrer Asset Management Strategie fest und verweist darauf, dass im aktuellen Umfeld liquide Assets eher Zuflüsse sehen, während illiquide Assets mit schwierigeren Rahmenbedingungen konfrontiert sind.

Verwandte Artikel