Fünf Technologieführer, keine Entscheidungsbefugnis: Eine aktuelle Deloitte-Analyse zeigt, warum die Aufstockung der C-Ebene die Rendite von KI-Projekten ausbremst statt beschleunigt.
Nach der Global Technology Leadership Study 2026 von Deloitte beschäftigen 71 Prozent der Unternehmen mindestens fünf Technologieführungskräfte auf Vorstandsebene. Jedes durch KI ausgelöste Themenfeld bekommt seinen eigenen Verantwortlichen: CISO für Sicherheit, CTO für Infrastruktur, CDO für Daten, teilweise ein Chief AI Officer darüber. Trotz dieser Verdichtung gilt fast die Hälfte dieser Führungskräfte in den Augen ihrer eigenen CEOs als nicht schnell genug für die Transformation. 42 Prozent verzeichnen bereits geringe oder gar keine Rendite auf ihre KI-Ausgaben.
Das Grundproblem liegt in der fehlenden Hierarchie. Wenn der CTO ein Produkt launchen möchte und der CISO aus Sicherheitsgründen bremst, kann keiner den anderen überstimmen. Beide berichten getrennt und werden nach unterschiedlichen Kennzahlen bewertet. Deloitte spricht von einer Lücke in der Orchestrierung. Steve Pratt, Principal bei Deloitte Consulting, hebt hervor, dass funktionsübergreifende Koordination und die Übersetzung von Technologie in messbare Ergebnisse zur eigentlichen Führungskompetenz werde.
Das Muster reicht über die Technologiefunktion hinaus. Laut McKinsey sind Führungsteams heute im Schnitt 50 Prozent größer als 2020. Unternehmen, die Kundenverantwortung bei einer einzigen Führungskraft bündeln, wachsen bis zu 2,3-mal schneller als jene, die sie auf CMO, Chief Digital Officer und Chief Revenue Officer verteilen. Für Vorstände lautet die eigentliche Frage nicht, welcher Titel als Nächstes vergeben wird, sondern welche der bereits ernannten Personen tatsächlich allein entscheiden darf.




