Die deutsche Industrie hat ihren Umsatz laut dem EY-Industriebarometer im zweiten Quartal weiter stabilisiert, der Beschäftigungsabbau beschleunigt sich aber. Besonders betroffen bleibt die Autoindustrie.
Die deutsche Industrie hat ihren Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Auftaktquartal. Absolut wurden 556,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Rekordniveau von 2023 wird damit aber noch knapp verfehlt. Bei der Beschäftigung hält der Negativtrend dagegen an und verschärft sich sogar: Binnen eines Jahres gingen rund 144.000 Industriearbeitsplätze verloren, ein Minus von 2,7 Prozent. Seit 2019 summiert sich der Abbau auf rund 379.150 Stellen oder 7 Prozent. „Die deutsche Industrie ist beim Umsatz nicht mehr im freien Fall, aber diese Stabilisierung ist fragil und ungleich verteilt“, sagt EY-Partner Jan Brorhilker. Beim Jobabbau gebe es dagegen „keinerlei Entwarnung“, viele Unternehmen planten, den Stellenabbau angesichts hoher Arbeitskosten und internationalen Wettbewerbs weiter zu verschärfen.
Besonders betroffen ist die Automobilindustrie: Der Umsatz sank nur noch leicht um 0,1 Prozent, die Beschäftigung brach dagegen um 5,8 Prozent ein. Seit 2019 sind in der Branche rund 142.400 Jobs weggefallen, ein Rückgang um 16 Prozent. „Wenn diese Branche schwächelt, trifft das nicht nur die Hersteller, sondern auch zahlreiche Zulieferer“, warnt Brorhilker. Positive Impulse kamen vor allem aus der Eurozone, wo der Umsatz um 5,6 Prozent zulegte, während das Geschäft mit dem übrigen Ausland wegen schwächerer Nachfrage und US-Zöllen nur um 2,9 Prozent wuchs. Für die kommenden Monate rechnet Brorhilker nicht mit rascher Erholung: „Der Druck auf die deutsche Industrie wird eher größer als kleiner.“




