Die Deutsche Bank baut ihr Energiehandelsgeschäft nach mehr als einem Jahrzehnt wieder auf und holt dafür erfahrene Trader von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Ziel ist es, Firmenkunden künftig stärker mit Energie-Lösungen zu bedienen.
Die Deutsche Bank treibt den Wiederaufbau ihres Energiehandels voran. Ein Geschäft, aus dem sie sich vor rund zehn Jahren weitgehend zurückgezogen hatte. Hintergrund ist laut Bank die spürbar gestiegene Nachfrage von Firmenkunden nach maßgeschneiderten Energie-Lösungen sowie die strategische Bedeutung des Geschäfts. Die operative Leitung übernimmt Kow Atta-Mensah, ehemals Commodities-Chef bei Morgan Stanley, der bereits in diesem Jahr zur Deutschen Bank gewechselt ist. Als neue Trader wurden Madhav Janakiraman und Benoit Bosc gewonnen. Im Vertrieb verstärken zwei erfahrene Commodity-Sales-Manager von Morgan Stanley das Team.
Für Banken ist der Energiehandel längst nicht nur Ergebnisquelle, sondern auch ein Hebel zur Kundenbindung: Wer Preissicherung, Strukturierung und Risikoabsicherung anbieten kann, stärkt oft die gesamte Kundenbeziehung zu Industrie- und Energiefirmen. Für die Deutsche Bank dürfte der Schritt vor allem der Diversifikation ihrer Ertragsbasis dienen, um Schwankungen in anderen Geschäftsfeldern besser abzufedern. Ob sich der Aufbau operativ auszahlt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, entscheidend wird sein, ob Umsatz- und Ergebnisbeiträge sowie belastbare Risikokennzahlen sichtbar werden. Parallel sorgt die Tochter DWS für Diskussionen, da bei mehreren Immobilienfonds Börsenkurs und ausgewiesener Wert deutlich auseinanderklaffen, was bei Anlegern Zweifel an Liquidität und Bewertung weckt.




