Die Bundesregierung und KfW haben mit dem Deutschlandfonds ein neues Instrument zur Standortfinanzierung aufgelegt. Im Fokus steht die Frage, wie öffentliche Mittel privates Kapital in Zukunftssektoren hebeln.
Der Deutschlandfonds, im Dezember 2025 von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und KfW-Chef Stefan Wintels vorgestellt, setzt auf eine klassische Hebelstruktur: Der Bund stellt rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien bereit, um insgesamt 130 Milliarden Euro an Investitionen auszulösen. Der Fonds adressiert drei Stoßrichtungen: Absicherung von Transformationsinvestitionen im Mittelstand, Finanzierung kritischer Rohstoffe sowie den gezielten Ausbau von Wagniskapital für Startups und Scale-ups in Deeptech, Biotech, KI und Verteidigung. "Mit dem Deutschlandfonds mobilisieren wir private Investitionen in die Jobs von morgen", sagte Vizekanzler Klingbeil.
Eine der wesentlichen Neuerungen ist die Rolle von KfW Capital als direkter Co-Investor in Startups. Pro Beteiligung sind bis zu 50 Millionen Euro möglich, bis Ende 2030 stehen insgesamt eine Milliarde Euro bereit. Das neue Programm Scale-up Direct ermöglicht es KfW Capital, gemeinsam mit privaten Kapitalgebern direkt in Finanzierungsrunden einzusteigen. Ergänzend sind 300 Millionen Euro für Beteiligungen an Kreditfonds vorgesehen, die in neuartige Industrietechnologien investieren. In der gesamten Venture-Capital-Säule des Deutschlandfonds stehen bis 2030 laut KfW Capital-Chef Dr. Jörg Goschin insgesamt 3,3 Milliarden Euro in drei Bausteinen zur Verfügung.
Besonderes Augenmerk liegt auf sogenannten First-of-a-kind-Finanzierungen: technologisch anspruchsvolle Vorhaben ohne Prototypen, die mit klassischen Kreditstrukturen nicht abbildbar sind. Aktuell wählt KfW Capital Fondsanbieter aus, die spezialisierte First-of-a-kind-Fonds auflegen sollen. Damit adressiert der Deutschlandfonds eine Lücke, die selbst gut ausgestattete Venture-Plattformen bislang nicht schließen konnten.




