Deloitte sieht Abkehr von Softwareüberfrachtung

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March 10, 2026
10.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat gemeinsam mit ServiceNow analysiert, wie Unternehmen ihre digitalen Arbeitsabläufe neu ausrichten. Funktionsreichtum verliert gegen messbare Ergebnisse.

Gemeinsame Studie zeigt Umdenken

Deloitte und der Plattformanbieter ServiceNow haben den Markt für Unternehmensanwendungen untersucht. Ihr Workflow Automation Outlook 2026 dokumentiert einen Wandel in den Prioritäten. Firmen verabschieden sich von überladenen Systemen und konzentrieren sich auf Lösungen, die im Alltag tatsächlich funktionieren. Theoretische Möglichkeiten interessieren weniger als die Frage, ob Aufgaben schneller und reibungsloser erledigt werden.

Intelligenz wird unsichtbar

Der Einsatz künstlicher Intelligenz verändert sich grundlegend. Statt als eigenständiges Werkzeug mit eigener Oberfläche aufzutreten, verschwindet sie zunehmend im Hintergrund von Routineprozessen. Datenerfassung, Berichtswesen und wiederkehrende Aufgaben laufen automatisiert ab, ohne dass Nutzer aktiv eingreifen müssen. Aufwendige Dashboards mit Dutzenden Funktionen weichen schlanken Oberflächen, die sich auf das Wesentliche beschränken.

Kontrolle kehrt ins Unternehmen zurück

Parallel verschiebt sich die Infrastruktur. Mittelständische Firmen setzen vermehrt auf lokale Modelle, die auf eigener Hardware laufen. Die Gründe liegen auf der Hand: volle Hoheit über sensible Informationen, planbare Kosten und Unabhängigkeit von externen Anbietern. Die Entscheidung gegen Cloud-Lösungen bei internen Abläufen spiegelt ein wachsendes Bedürfnis nach Souveränität wider.

Beratung unter Erfolgsdruck

Deloitte beobachtet auch in der eigenen Branche einen Umbruch. Theoretische Rahmenwerke und abstrakte Strategiepapiere stoßen auf nachlassende Nachfrage. Mandanten verlangen praktische Begleitung und nachweisbare Resultate. Die Umgestaltung von Arbeitsabläufen gilt nicht mehr als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlicher Prozess, bei dem Menschen und automatisierte Systeme zusammenwirken.

Fokussierte Expertise gewinnt

Der Markt belohnt Spezialisierung. Kunden bevorzugen Berater mit tiefem Branchenwissen und operativer Praxiserfahrung gegenüber großen Häusern mit breitem, aber oberflächlichem Angebot. Schnelle Umsetzung und unmittelbare Wirkung zählen mehr als umfangreiche Präsentationen. Der globale Technologieberatungsmarkt soll 2026 erstmals 400 Milliarden Euro überschreiten.

Korrektur nach überstürztem Start

Die neue Nüchternheit ist auch eine Reaktion auf Fehler der Vergangenheit. Der hastige Einsatz generativer Werkzeuge automatisierte vielerorts mangelhafte Prozesse und verstärkte bestehende Schwächen. Die aktuelle Konzentration auf saubere Daten und intuitive Nutzung soll diese Fehlentwicklungen korrigieren.