TotalEnergies erwägt den Rückzug aus deutschen Offshore-Windprojekten mit einer Kapazität von 7,5 Gigawatt. Der Konzern hatte 2023 fast acht Milliarden Euro für die Flächen geboten und fordert nun sogar Geld vom Staat zurück.
2023 hatte TotalEnergies in einer spektakulären Auktion fast sechs Milliarden Euro für Windpark-Flächen in der deutschen Nord- und Ostsee geboten, 2024 nochmals knapp zwei Milliarden Euro nachgelegt. Nun signalisiert das Unternehmen laut Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung den Rückzug. In einem internen Diskussionspapier heißt es, einzelne Projekte aus den Auktionsrunden 2023 bis 2025 könnten voraussichtlich nicht realisiert werden. Als Gründe nennt Total Verzögerungen im Netzausbau und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Unternehmen möchte seine Flächen zurückgeben und fordert zudem die hinterlegte Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro zurück sowie eine Ausgleichszahlung des Nachfolgers für geleistete Voruntersuchungen.
Ein Ausstieg von Total hätte weitreichende Konsequenzen. Die betroffenen Flächen haben eine geplante Kapazität von 7,5 Gigawatt, zum Vergleich sind derzeit vor deutschen Küsten weniger als 10 Gigawatt installiert. Zudem sind 90 Prozent der Erlöse aus den Offshore-Auktionen bereits zur Deckelung der Netzentgelte eingeplant. Würde Total aussteigen, fehlten über sieben Milliarden Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium reagierte gelassen: Das Wind-See-Gesetz lasse eine vorzeitige Rückgabe nicht vor. Vertragsstrafen könnten frühestens ab Herbst 2027 greifen. Auch bei BP verdichten sich Anzeichen, dass der Konzern seine ebenfalls milliardenschwer ersteigerten Offshore-Projekte nicht realisieren wird.




