Der Bonner Telekommunikationsriese hat von der BaFin die Genehmigung für eine Captive erhalten. Solche Konstruktionen sind in Deutschland eine Rarität. Die Berater bleiben auch nach dem Start im Boot.
Die Deutsche Telekom baut sich einen hauseigenen Rückversicherer auf. Ende März gab die BaFin grünes Licht für die neue Gesellschaft. Die Genehmigung kam schneller als erwartet. Solche Konstruktionen, in der Fachsprache Captives genannt, sind in Deutschland dünn gesät. In den vergangenen Jahrzehnten trauten sich nur wenige Konzerne an eine Gründung.
Große Industrieversicherer verlangen von Konzernen wie der Telekom hohe Selbstbehalte. Mit der eigenen Tochter kann das Unternehmen diese Lücke selbst füllen. Außerdem entstehen Spielräume für maßgeschneiderte Policen. Und wenn die Schadensbilanz stimmt, bleiben die Prämien im eigenen Haus statt bei fremden Versicherern. Los geht es im Mai 2026 mit der Sachversicherung. Anfang 2027 folgt die Haftpflichtsparte.
KPMG hat das Projekt über alle Phasen hinweg betreut. Die Wirtschaftsprüfer und ihre Anwaltstochter kümmerten sich um versicherungsmathematische Fragen, Finanzierungsdetails, Steuergestaltung und Risikomanagement. Frank Schönfelder und Marlene Sydow führten das Team bei den Wirtschaftsprüfern, Frank Püttgen verantwortete die juristische Seite.
Die Telekom entschied sich bewusst für einen Sitz im Inland. Seit Einführung der europäischen Solvency-II-Regeln dauere der Genehmigungsprozess hierzulande nicht länger als in klassischen Captive-Domizilen, hieß es zur Begründung. Die BaFin sende damit ein Signal, dass solche Strukturen auch in Deutschland willkommen seien.
Die Telekom will den Großteil der Verwaltung selbst stemmen. Bestimmte Funktionen hat sie jedoch ausgelagert. KPMG übernimmt unter anderem die laufende Compliance-Überwachung.




